Von Wiesbaden aus ans Meer: Wie läuft Jennys Wanderung zum Glücklichsein?

Die Wiesbadenerin Jenny Schiradin und ihre beste Freundin Vici befinden sich Mitten auf ihrer Wanderung nach Wilhelmshaven an der Nordsee. Das Ziel der Reise ist, dass Jenny nach einer schweren Zeit wieder glücklich wird. Wie geht es den beiden?

Von Wiesbaden aus ans Meer: Wie läuft Jennys Wanderung zum Glücklichsein?

500 Kilometer zu Fuß bis an die Nordsee — das haben sich die Wiesbadenerinnen Jenny und Vici vorgenommen. Das Ziel: Nach einer Trennung will Jenny zu sich selbst finden und endlich wieder glücklich werden (wir berichteten). Am 7. Juli ging es für die beiden los auf ihre insgesamt 16-tägige Reise — die Hälfte haben sie bereits geschafft. Ein Grund zu fragen: Wie läuft die Wanderung bisher? Welchen Herausforderungen müssen sich die beiden stellen? Und vor allem: Wie nah ist Jenny ihrem Ziel „Glücklichsein“? Wir haben während einer kurzen Rast mit Jenny und Vici gesprochen.

Rund 30 Kilometer am Tag

„Wir trinken gerade einen leckeren Latte Macchiato und essen ein Stück Kuchen“, sagen die beiden und lachen. Wann immer es ihnen danach ist, nehmen sich die Freundinnen Zeit für Kaffeepausen. „Das ist das Schöne daran, wir sind an nichts gebunden“, sagen sie. Durchschnittlich laufen die beiden etwas mehr als 30 Kilometer am Tag — mal mehr, mal weniger. Am Tag zuvor waren es sogar 46 Kilometer. „Heute merken wir unsere Füße und Beine ganz schön. Das war doch ziemlich viel.“

Umgeben von Natur

„Es ist die Reise unseres Lebens.“ - Jenny

Abgesehen von den schmerzenden Beinen, Rückenschmerzen wegen der Rucksäcke und einer kalten Nacht im Zelt, haben die beiden aber nur Gutes von ihrer Wanderung zu berichten. „Es ist die Reise unseres Lebens“, sagt Jenny. „Wir wollen eigentlich gar nicht ankommen weil es so schön ist.“ Da sie sich die Route vorher nicht angesehen haben und sich von einer App leiten lassen, ist jede Strecke eine Überraschung. „Wir sehen so viel abwechslungsreiche Natur, alle möglichen Tiere und haben tolle Ausblicke“, schwärmt Jenny. Zwar müssten sie manchmal auch Wege gehen, die besonders steil oder schwer begehbar seien, im Großen und Ganzen sei die Tour aber gut machbar. Das Schönste an ihrer Reise seien aber die Menschen, denen sie täglich begegnen.

Support von Instagram-Followern

Da sie ihre Reise über ihren Instagram-Account happiness_in_progress2020 live dokumentieren und in Facebook-Gruppen nach Schlafmöglichkeiten und Tipps fragen, eröffnen sich viele Möglichkeiten für die beiden. Bisher haben sie bei all ihren Begegnungen immer gute Erfahrungen gemacht. „Es ist wirklich verrückt, wie toll die Leute sind. Alle sind total nett und freuen sich, wenn sie uns sehen“, sagt Jenny. In den meisten Fällen bietet den beiden jemand seinen Garten zum Zelten oder seine Couch zum Übernachten an. Meistens gibt es dann sogar noch eine warme Dusche, ein Abendessen oder Frühstück gratis dazu.

„Diese Gastfreundschaft ist einfach unglaublich.“ - Jenny

„Das Verrückteste war, als uns jemand zu sich nach Hause gelotst hat. Sie selbst war gar nicht zu Hause, wollte uns aber ihren Garten zum Zelten anbieten.“ Vor Ort angekommen verriet ihnen die Frau dann sogar, wo der Ersatzschlüssel für das Haus versteckt war, damit sie ihre Wäsche waschen konnten. „Diese Gastfreundschaft ist einfach unglaublich.“ Auch über ihren Instagram-Account selbst würden Jenny und Vici täglich viele nette und bestärkende Nachrichten erhalten. „Viele erzählen zum Beispiel von ihrer eigenen Geschichte und machen mir Mut“, sagt Jenny.

Glück in kleinen Dingen finden

„Es tut unfassbar gut.“ - Jenny

Und wie steht es um Jennys Ziel wieder glücklich zu werden? „Je weiter man von Zuhause weg ist, desto mehr ist man von allem Traurigen abgelenkt. Und die Natur entschleunigt“, sagt die Wiesbadenerin. Was sie bisher vor allem gelernt hat, ist Dinge anders zu schätzen. „Vorher war eine Dusche zum Beispiel selbstverständlich, jetzt hat man einen ganz anderen Blick darauf. Man findet Glück in kleinen Dingen.“ Noch ist ihre Reise aber nicht vorbei; vor den beiden liegen noch immer viele Kilometer. „Es wird natürlich körperlich von Tag zu Tag härter“, sagt Jenny. „Aber es tut auch unfassbar gut.“ (js)

Logo