Mit diesen Worten verabschieden sich die Politiker von Sven Gerich

Die Feierstunde zur Amtseinführung von Gert-Uwe Mende als neuer Oberbürgermeister von Wiesbaden nutzten die Rathausfraktionen auch für Abschiedsgrüße an Sven Gerich. Dabei lobten sie vor allem zwei Eigenschaften an ihm.

Mit diesen Worten verabschieden sich die Politiker von Sven Gerich

„Es wird für Dich der schönste Job sein, den man im Leben haben kann, für mich zumindest war er das“, mit diesen Worten übergab Sven Gerich (SPD) sei Amt als Oberbürgermeister von Wiesbaden am Samstag an seinen Nachfolger Gert-Uwe Mende (SPD). Die Feierstunde im Rathaus nutzten aber auch die Fraktionen, um sich vom scheidenden Stadtoberhaupt zu verabschieden. Dabei blickten sie vor allem auf persönliche Momente und Begegnungen mit Gerich zurück.

Stadtverordnetenvorsteherin

Emotional war dabei die Rede von Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel. „Lieber Herr Gerich, lieber Sven, auch im Oberbürgermeisteramt bist Du immer Du selbst geblieben“, fasste Gabriel ihre Eindrücke aus den vergangenen sechs Jahren zusammen. Sie werde Gerich nicht nur als Politiker vermissen, sondern auch den „Schalk in seinem Nacken“ und sein freundliches Auftreten. Als besonderen Verdienst in seiner Amtszeit sprach sie Gerich die Förderung des Ehrenamtes zu. „Ihm lag es immer am Herzen das Wir in den Vordergrund zu stellen“, sagte sie. Als Beispiele dafür nannte sie das „Jahr des Engagements“, das Gerich 2018 ausrief und die Schaffung einer gesonderten Stabsstelle für das Ehrenamt.

SPD

Auch Hendrik Schmehl, Fraktionsvorsitzender der SPD, hob die Persönlichkeit Gerichs in den Vordergrund. Er erzählte, dass Gerich ihn in vielen Situationen durch professionelles Auftreten — auch in schwierigen Situationen — beeindruckt habe. Dabei sei er besonders als Redner immer gut gewesen. Er ist sich sicher, dass der Oberbürgermeister sich während seiner Amtszeit bei vielen Wiesbadenern beliebt gemacht habe, „und das ist es, wofür sich das Amt gelohnt hat“, verabschiedete sich Schmehl.

Grüne

Felix Kisseler trat für die Rathausfraktion der Grünen ans Mikrofon. „Die Situation der Verabschiedung könnte schöner sein, denn in den letzten Monaten haben wir viel miteinander gerungen“, sagte er. Dennoch habe er den „einmaligen Politikstil“ Gerichs immer geschätzt, und ihm die Liebe zu seinem Job an seinem Lächeln angesehen. Zudem habe er Gerich als Macher erlebt und nannte als konkretes Beispiel: „Während andere sprachlos darüber waren, dass das Freizeitbad in der Mainzer Straße schließen muss, hat Sven Gerich schon seine Idee zum Sportpark Rheinhöhe diskutiert.“ Dieser soll nach seiner Fertigstellung das alte Schwimmbad tatsächlich bald ersetzen.

AfD

Eckhard Müller von der AfD hob in seiner Abschiedsrede die Umgangsformen hervor, die Gerich im Rathaus und auch auf der Straße pflegte. Er erinnere sich noch an das erste Zusammentreffen, als Mitglieder der AfD im Sommer 2016 ins Rathaus kamen, und von dort aus die Ergebnisse der Kommunalwahl zu verfolgen. Gerich habe sie freundlich empfangen „und diese Grußform pflegte er bis zuletzt“, so Müller. Seine Partei habe das immer als Zeichen von Respekt und Anerkennung gesehen.

FDP

Politisch seien Gerichs Ziele oft weit von denen der FDP-Rathausfraktion entfernt gewesen, sagte Christian Diers. Dennoch behalte der Diskussionen mit Gerich als Stadtoberhaupt als sachlich im Gedächtnis. „Und auch für Deinen Humor möchten wir uns bedanken“, so Diers zu Gerich. „Sicherlich waren die letzten Monate nicht leicht — für alle von uns — doch ich hoffe, dass Deine Verdienste in guter Erinnerung bleiben werden.“

Linke und Piraten

Hartmut Bohrer hob Gerichs Engagement während der Flüchtlingskrise hervor. Er habe Gerich immer als einen Politiker erlebt, der sich für Integration und Gleichberechtigung eingesetzt hat. Dennoch betonte er in Bezug auf die Rathausskandale in den letzten Monaten „Wir hoffen im Interesse unserer ganzen Stadt, dass Vorwürfe, die noch im Raum stehen bald geklärt werden.“

FW/BLW

Für die Freien Wähler sprach Monika Becht. Sie zeigte ihre Anerkennung gegenüber Gerich dafür, dass er sich nach den Skandalen um den Jahreswechsel dazu entschied, nicht mehr zur Wahl anzutreten. Der Umgang mit ihm ab dieser Zeit nicht immer fair gewesen, Gerich hingegen habe es trotzdem geschafft, in der Stadt ein Klima zu schaffen, in dem alle Bürger und Politiker offen aufeinander zugehen. (df)

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