Warum Wiesbadener Bäckereien jetzt nicht nur Brot verkaufen

In den Backstuben und an den Theken der Wiesbadener Bäckereien geht es auch in der Coronakrise weiter. Einige Arbeitsabläufe und die Auswahl der Produkte haben sich zum Teil aber verändert.

Warum Wiesbadener Bäckereien jetzt nicht nur Brot verkaufen

„Ein bisschen Energiezucker braucht jeder einmal. Und gerade jetzt umso mehr“, weiß Bäckermeister Kai Schröer von der gleichnamigen Bäckerei. Während die meisten Läden im Moment geschlossen haben, geht der Alltag bei den Bäckereien weiter. Sie versorgen die Wiesbadener nach wie vor mit dem Grundnahrungsmittel Nummer 1: Brot. Doch seit dem Ausbruch des Coronavirus’ hat sich der Alltag in der Backstube und im Verkauf bei vielen verändert, wie mehrere Bäckereien gegenüber Merkurist erzählen.

Süßes statt Pausensnack

„Das klassische Snackgeschäft fällt im Moment kleiner aus.“ - Kai Schröer, Backhaus Schröer

In den Schröer-Filialen habe sich besonders die Nachfrage nach ganz bestimmten Produkten verändert. „Das klassische Snackgeschäft fällt im Moment kleiner aus. Belegte Brötchen und ähnliches, was sich viele morgens mit auf die Arbeit nehmen, verkaufen wir in wesentlich geringeren Mengen als sonst“, fasst Schröer zusammen. Dafür sei die Nachfrage nach Süßem gestiegen, vor allem Kuchen und Teilchen gingen jetzt vermehrt über die Theken.

„Guter Café aus der Profimaschine ist nach wie vor gefragt.“ - Carsten Huth, Les Deux Messieurs

Ähnliches beobachtet auch Carsten Huth von „Les Deux Messieurs“. Normalerweise empfangen er und sein Team täglich Gäste im Café am Dern’schen Gelände, die zum Frühstück oder zum Nachmittagscafé kommen. „Das Café ist jetzt natürlich geschlossen. Trotzdem wollen sich die Leute etwas gönnen“, sagt Huth und berichtet, wie Croissants, Macarons und Pain au chocolat weiter für den Verzehr zuhause verkauft werden. „Auch guter Kaffee aus der Profimaschine ist nach wie vor gefragt — jetzt eben in der To-Go-Version.“

Kein Mangel bei Brot und Brötchen

„Wie Bäcker sind weiter für die Kunden da.“ - Elisabeth Klein-Rost, Bäckerei Klein

Bei der Bäckerei Klein habe es vor Kurzem sogar noch einige Hamsterkäufer gegeben, wie die Inhaberin Elisabeth Klein-Rost berichtet. „Viele Kunden haben sich gleich mehrere Brote mitgenommen und erzählt, dass sie sie einfrieren wollen.“ Doch inzwischen seien die Verkaufszahlen wieder ganz normal: „Wir Bäcker sind weiter für die Kunden da, bei uns gibt es alles nach wie vor frisch zum Nachkaufen.“

Denn während in den Supermärkten gerade Mehl und Hefe in Regalen für Backzutaten fehlen, sei für die Bäcker alles noch vorhanden. Im Gespräch mit Merkurist nennen sie dafür gleich mehrere Gründe. Zum einen seien die Großmärkte gut versorgt, da Restaurants derzeit keinen Bedarf an frischen Eiern und Mehl haben, zum anderen gebe es keinen Mangel bei regionalen Lieferanten.

Neue Regeln und Abläufe

Damit die Bäckereien die Wiesbadener nach wie vor mit allem versorgen können, herrschen in den Betrieben jetzt aber verschärfte Hygienevorkehrungen. Je nach Größe der Filiale können nur noch ein bis zwei Kunden gleichzeitig in einen Laden. „Was über die Theke gereicht wird, wurde auch vor der Coronakrise noch nie von den Verkäufern angefasst“, betont Schröer, dass Brote und Teilchen vom Personal nur mit Schutzpapier und Zange eingepackt werden. In den Verkaufsräumen werden jetzt aber bei allen befragten Bäckereien noch häufiger Oberflächen desinfiziert und auch in den Backstuben legen alle großen Wert darauf, dass Lieferanten und Bäcker sich nicht persönlich begegnen. Zum Teil seien dafür sogar neue Pausenräume geschaffen worden.

Einige Bäckereien haben zudem ihre Öffnungszeiten verkürzt. Als Gründe nennen sie den ausgesetzten Cafébetrieb und mehr Verschnaufpausen für die Verkäufer. So erzählt zum Beispiel Elisabeth Klein-Rost von der Bäckerei Klein: „Unsere Mitarbeiter stehen zum teil schon morgens um 6 Uhr mit einem Lächeln hinter der Theke. Wir wollen, dass das noch lange so bleibt.“

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