So soll die Citybahn durch Biebrich fahren

Vier Haltestellen für die Citybahn sind derzeit für Biebrich geplant. Wo sie liegen und wie die Strecke verlaufen könnte, haben wir uns auf einem Rundgang für Euch angesehen.

So soll die Citybahn durch Biebrich fahren

Schneller nach Mainz und mit weniger Zwischenhalten in die Wiesbadener Innenstadt — das sind die großen Versprechen der Planer der Citybahn an die Biebricher. Ob die Schnellverbindung auf Gleisen tatsächlich umgesetzt wird, ist nicht final geklärt. Doch die Entwürfe für eine mögliche Linienführung werden immer konkreter. Zwar seien noch längst nicht alle Details fertig erarbeitet, doch vier wichtige Haltestellen für den Stadtteil haben sich bereits herauskristallisiert, erklärte Martin Pächer von der ESWE-Verkehr am Donnerstagabend bei einem Rundgang durch Biebrich.

Ankommen am Industriepark

Startpunkt für die Tour war der Kreisel an der Ecke Rheingaustraße/Glarusstraße. Denn genau dort könnte die Bahn Biebrich erreichen. „Uns war von Anfang an klar, die Bahn muss so weit wie möglich am Rhein entlang fahren“, so Pächer, dennoch wollen die Planer nicht, dass sie am größten Stadtteil Wiesbadens vorbeifährt. Stattdessen liegen die meisten Haltestellen mitten im Ortskern.

Ein erster Halt könnte direkt vor dem Hauptgebäude des Industrieparks sein. Die Bahn würde sich die Fahrbahn dort mit den Autos teilen, daneben soll ein Radweg liegen und ein breiter Bürgersteig für Fußgänger und Mitarbeiter, die zu ihren Büros wollen. Entweder über den Firmenparkplatz der Firma Infraserv, oder über eine neue Kreuzung, die den jetzigen Kreisel ersetzt, geht die Fahrt dann weiter einige Meter in die Glarusstraße hinein. „Wir stehen im Gespräch mit Infraserv. Doch ob sie es zulassen würden, den Parkplatz an der vorderen Ecke der Glarusstraße aufzugeben, ist noch nicht sicher“, erklärte Pächer.

Weiter durch Wohnstraßen

In der Straße selbst soll die Bahn dann am Hessischen Landeslabor vorbeifahren. Auf dem Gelände des alten Rheinbahnhofs dahinter soll eine Endhaltestelle entstehen. „Hier können Fahrer eine Pause machen, Bahnen getauscht, oder abgestellt werden“, erklärte Christian Müller von der Firma „Mailänder Consult“, die als Fachbüro mit der Planung beauftragt wurde. Für die Fahrzeuge, die dort nicht stehen bleiben, könnte es vom jetzigen Parkplatz aus weiter in die Adolf-Todt-Straße gehen — über eine Verbindung, die bisher nur für Fußgänger existiert.

In der Adolf-Todt-Straße erreicht die Bahn dann zum ersten Mal eine Wohnstraße. „Hier müssen wir anders planen, denn der Platz wird weniger“, sagte Müller. So könnte eine Trasse weiter ebenerdig auf der Autofahrspur liegen, eine zweite Trasse auf einem erhöhten Bett, oder auf Rasen. „Für Autofahrer bleibt es eine Einbahnstraße, die Citybahn muss aber in zwei Richtungen funktionieren und Fußwege müssen weiterhin sicher an den Seiten liegen“, so der Planer.

Gleiches gilt für die Stettiner Straße. Schwierig werde es für die Citybahn aber, um die Kurve dorthin zu kommen. An der Ecke, die die Adolf-Todt-Straße mit der Stettiner Straße gegenüber der Oranier-Gedächtnis-Kirche verbindet, räumte Müller beim Rundgang deshalb ein: „Wir haben hier eine Engstelle. Eventuell könnten wir hier mit Weichen arbeiten, aber die Details sind noch nicht final ausgearbeitet.“

Umsteigen am Rathenauplatz

Von der Stettiner Straße aus soll die Citybahn den Rathenauplatz erreichen. Dort soll ein Umstieg zu den Buslinien möglich sein. Ursprünglich war eine größere Haltestelle geplant. „Viele Bürger haben sich für den Erhalt der Grünfläche ausgesprochen. Durch die neue Idee der Endhaltestelle am Rheinbahnhof können wir das Grün hier zu großen Teilen erhalten, und trotzdem einen Übergang zum Busverkehr anbieten“, verglich Pächer die aktuellen Pläne mit den ersten Entwürfen.

Damit die Wiese vollkommen unberührt bleibt, müsste die Haltestelle weiter in Richtung Galatea-Anlage verlegt werden. „Doch das macht wenig Sinn, denn bis zur Haltestelle Herzogsplatz hätten wir sonst vom Rheinufer aus eine große Lücke im Netz“, erklärte Pächer. Am Herzogsplatz soll nämlich die letzte Haltestelle in Biebrich liegen. Sie bildet den Übergang auf die Biebricher Allee. Wie genau die Strecke dort bis zur Gottfried-Kinkel-Straße aussehen könnte, stellen die Planer in einer weiteren Informationsveranstaltung am 19. April um 19 Uhr im Gymnasium am Mosbacher Berg vor. (ms/lp)

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