Familienbetrieb mit Geschichte

Seit 1948 gibt es die Gewürzmanufaktur Müller, die mittlerweile in dritter Generation geführt wird. Über 2000 Produkte locken in der Wiesbadener Mühlgasse.

Familienbetrieb mit Geschichte

Zimt, Curry, Vanille, italienische Kräuter - betritt man die Gewürzmanufaktur Müller, weiß man gar nicht, wo einem die Nase steht. Man ist schlichtweg überfordert von den vielen Düften, die sich ihren Weg aus den vielen Säckchen, Reagenzgläsern und Beutelchen bahnen. Ähnlich strapaziert werden auch die Augen: Farben und Formen stapeln sich an den Wänden und in den Gängen des kleinen Geschäfts, Schätze aus aller Welt und nostalgische Dekorationen ziehen immer wieder in ihren Bann.

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Als Karl Müller und seine Frau Helene 1948 ihre Gewürzhandlung in Wiesbaden gründeten, rechneten sie sicher nicht damit, dass man 68 Jahre später noch immer exotische Geschmacksverfeiner in ihrem Geschäft und sogar im Internet kaufen kann. „Die Leute waren anfangs sehr skeptisch und hielten die bunten Pülverchen für Farbpigmente“, erzählt Katharina Rittgardt, die Schwiegertochter der heutigen Inhaberin Gabriele Rittgardt.

Als Gewürze dann den Einzug in die deutschen Küchen fanden und die Gewürzmanufaktur auch vermehrt eigene Mischungen anbot, schlug die Skepsis der Wiesbadener in Neugierde um. „Die Gewürzmischungen sind auch meiner Schwiegermutter zu verdanken“, wie Rittgard erzählt. Ihr Schwiegervater brachte dann im Laufe der Zeit Feinkost-Artikel und Weine in den Laden in der Mühlgasse.

„Die Leute hielten die bunten Gewürze für Farbpigmente“ - Katharina Rittgardt

Die einzelnen Gewürze und die Zutaten für die vor Ort angefertigten Mischungen bekommt die Familie aus aller Welt. „Insgesamt haben wir etwa 20 bis 30 verschiedene Lieferanten, die wirklich aus den verschiedensten Ländern kommen“, sagt die Schwiegertochter der Inhaberin.

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Familienbetrieb

Mittlerweile führen die Rittgardts die Gewürzmanufaktur in der dritten Generation. Dabei brachten sie viel Neues mit ein, unter anderem fertig vorbereitete Gerichte wie Risottos, Pasta-Mischungen, Superfoods und vegane Mahlzeiten. Herzstück des Sortiments seien aber immer noch die Gewürze: „Wir haben klassische Sachen wie Kräuter der Provence oder verschiedene Salz- und Pfeffermischungen, bis hin zu über 20 Currys oder orientalischen Mischungen“, erklärt Rittgardt. „Insgesamt würde ich sagen, haben wir so etwa 2000 Produkte“, sagt sie.

„Wir haben etwa 2000 Produkte“ - Katharina Rittgardt

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Alt trifft jung

Das Sortiment der Gewürzmanufaktur Müller hat sich mit jeder Generation geändert. So brachten die jüngeren immer wieder Trends wie Superfoods mit ein. Ähnlich verhält es sich auch mit der Kundschaft. „Klar, wir haben einen Stamm an älteren Kunden, die schon seit Jahren zu uns kommen“, sagt Rittgardt. Seit ein gewisses Ernährungsbewusstsein auch und gerade die jüngere Generation erreicht hat, zählen auch diese vermehrt zum Käuferkreis. „Querbeet, alle Altersklassen“, würde Rittgardt ihren Käuferkreis beschreiben.

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Dass mal jemand mit einem besonderen Wunsch den Laden betritt und ihn ohne Ware verlassen muss, kommt laut Katharina Rittgardt selten vor. „Wenn, dann liegt es daran, dass die Kunden kleinere Mengen von Dingen benötigen, die etwa nur kiloweise verkauft werden.“ Und auch wenn mal ein Gewürz nicht vorrätig sein sollte, „Wir können fast alles bestellen“, sagt Rittgardt.

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