Über 1000 Euro mehr Gehalt möglich: Gewerkschaft rät zur Ausbildung

Durchschnittgehälter in Wiesbaden zeigen: Fachkräfte verdienen deutlich mehr als Hilfskräfte

Über 1000 Euro mehr Gehalt möglich: Gewerkschaft rät zur Ausbildung

Vorteil Gesellenbrief: In Wiesbaden verdienen Beschäftigte, die eine Ausbildung abgeschlossen haben und Vollzeit arbeiten, durchschnittlich 3714 Euro im Monat. Hilfskräfte mit einem Ganztagesjob kommen dagegen auf ein Monatseinkommen von 2465 Euro – rund 1250 Euro weniger. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung auf eine Statistik der Arbeitsagentur hin.

„Die große Einkommenskluft zeigt, dass die Berufsausbildung ein wichtiger Schutz vor Niedriglöhnen ist. Außerdem rufen Firmen aus fast allen Branchen derzeit nach Fachkräften – insbesondere im Gastgewerbe, in der Ernährungsindustrie und im Lebensmittelhandwerk“, so Hendrik Hallier, Geschäftsführer der NGG-Region Rhein-Main.

Nun komme es darauf an, dass die Betriebe mehr als bisher in die Ausbildung investierten. Entscheidend sei hierbei, dass die Bedingungen für den Nachwuchs attraktiver werden, fordert die Gewerkschaft. „In Hotels, Restaurants, Bäckereien und Metzgereien brechen noch immer zu viele Azubis ihre Lehre ab. Oft aus Frust über lange Arbeitszeiten, fehlende Ausbilder oder fachfremde Arbeiten“, sagt Hallier.

So gaben im aktuellen DGB-Ausbildungsreport 48 Prozent der angehenden Hotelfachleute und 46 Prozent der Azubis in der Küche an, regelmäßig Überstunden machen zu müssen – ein Spitzenwert. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können es sich die Unternehmen nicht erlauben, Berufsstarter zu verprellen. Bei der Ausbildungsqualität müssen sie dringend nachlegen“, betont Hallier. Zugleich appelliert der Gewerkschafter an Jugendliche und junge Erwachsene in Wiesbaden, sich nicht mit „schnellem Geld“ für Hilfsjobs locken zu lassen.

Sinnvoll sei es stattdessen, eine Ausbildung anzufangen. „Beschäftigte ohne Lehre haben langfristig klar das Nachsehen. Sie verdienen weniger und können sich beruflich kaum weiterentwickeln“, so Hallier.

Infos rund um Ausbildungsberufe, Bezahlung und Karrierechancen gibt es bei der „Azubi-Börse“ der Arbeitsagentur im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de.

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