Stadtpolizist (53) bei Einsatz schwer verletzt: So geht es ihm heute

Vor rund einem Monat wurde ein Wiesbadener Stadtpolizist bei einem Einsatz im Schelmengraben schwer verletzt. Wie geht es dem Mann heute und wie weit sind die Ermittlungen in dem Fall?

Stadtpolizist (53) bei Einsatz schwer verletzt: So geht es ihm heute

Es war ein Einsatz im Februar, der für einen Wiesbadener Stadtpolizisten im Krankenhaus endete. Gegen 21 Uhr wollte er gemeinsam mit Kollegen mehrere Personen am ehemaligen Einkaufszentrum im Schelmengraben kontrollieren. Ein Teil der Gruppe wollte flüchten, der Stadtpolizist stellte sich ihnen jedoch in den Weg. Er versuchte, einen von ihnen festzuhalten, dieser stieß ihm aber gegen die Brust. Der 53-Jährige verlor dadurch das Gleichgewicht, schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf, verlor kurzzeitig das Bewusstsein und wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert (wir berichteten). Wie geht es ihm heute, rund einen Monat nach dem Vorfall?

„Zum jetzigen Zeitpunkt hat der Kollege sowohl psychische als auch physische Probleme.“ - Michael Blenske, Stadtpolizei

Der 53-Jährige, der seit 2018 bei der Stadt arbeitet, wurde vor etwa drei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen und befindet sich seit zehn Tagen in einer stationären Reha, erzählt Michael Blenske von der Stadtpolizei auf Merkurist-Anfrage. „Zum jetzigen Zeitpunkt hat der Kollege sowohl psychische als auch physische Probleme, die er hofft, im Rahmen der Behandlung abzulegen. Wann er wieder seinen Dienst aufnehmen kann, ist momentan noch nicht absehbar.“

Gewalt gegen Einsatzkräfte steigt

Ein Einzelfall ist der Angriff auf den 53-Jährigen nicht. Kurz nach dem Vorfall äußerten sich Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) und Bürgermeister Oliver Franz dazu. Immer häufiger müssten Rettungskräfte, Feuerwehrleute und vor allem die Polizei verbale und körperliche Attacken ertragen, so OB Mende. Der Fall des 53-Jährigen sei nach einem Vorfall im Dezember nun schon der zweite innerhalb kurzer Zeit gewesen, bei dem ein Stadtpolizist verletzt wurde. Selbst an dem Abend, an dem der 53-Jährige schwer verletzt wurde, wurden seine Kollegen aus Wohnungen mit Gegenständen beworfen, während sie das Gelände absuchten. „Ein Verhalten fern jeglicher Anteilnahme und eines gesellschaftlichen Zusammenhalts“, so Bürgermeister Franz.

Michael Blenske von der Stadtpolizei kann bestätigen, dass verbale und körperliche Angriffe auf uniformierte Kräfte steigen. Darauf will man die Einsatzkräfte vorbereiten. „Unter anderem versucht die Stadtpolizei Wiesbaden durch entsprechende Schulungen, zum Beispiel Deeskalationstraining sowie regelmäßiges Einsatztraining in verschiedensten Modulen die Kollegen/innen für die enorm gestiegenen Herausforderungen im Außendienst zu sensibilisieren.“ Das werde in Zukunft eine große Aufgabe sein. Auch die Landespolizei registriert mehr Gewalt gegen Einsatzkräfte. 2021 wurde sogar ein Höchststand gemessen. Insgesamt wurden in Wiesbaden 83 Beamte körperlich angegriffen, das sind 46 mehr als noch im Vorjahr.

Polizei sucht weiter nach Zeugen

Kurz nachdem der Stadtpolizist im Februar angegriffen wurde, konnte ein mutmaßlicher Täter gefunden werden, der Angreifer selbst konnte jedoch flüchten. Die Polizei bat Zeugen um Hinweise zu dem Fall. Zum aktuellen Stand des Ermittlungsverfahrens will die Polizei gegenüber Merkurist zwar keine Auskunft geben. Der Zeugenaufruf ist aber noch aktuell. Wer also Zeuge des Vorfalls am 14. Februar um 21 Uhr im Schelmengraben geworden ist, soll sich unter der Nummer (0611) 345 - 2340 bei der Polizei melden. Den Angreifer beschreibt die Polizei so: Er ist 1,75 Meter groß, kräftig, sieht südländisch aus und trägt leicht lockige Haare. Zum Tatzeitpunkt war er schwarz gekleidet.

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