Alarm aus Wiesbaden: Ministerin warnt vor Gefahr durch Vapes für Kinder

Hessen unterstützt auf der Gesundheitsministerkonferenz zwei Anträge, die einen stärkeren Jugendschutz bei E-Zigaretten und eine bundesweite Regulierung für tabakfreie Nikotinbeutel fodern.

Alarm aus Wiesbaden: Ministerin warnt vor Gefahr durch Vapes für Kinder

Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz warnt vor der zunehmenden Verbreitung von Vapes und tabakfreien Nikotinbeuteln bei Kindern und Jugendlichen. Wie das hessische Gesundheitsministerium in Wiesbaden mitteilt, will sich das Land deshalb für einen stärkeren Jugendschutz und eine bundesweit einheitliche Regulierung einsetzen.

„Wir beobachten mit Sorge, dass immer mehr junge Menschen zu Produkten greifen, die als gesunde Alternative zum Rauchen angesehen werden“, erklärt Stolz. Vapes und Nikotinbeutel würden durch trendige Designs, süße Geschmacksrichtungen und gezielte Werbung insbesondere Kinder und Jugendliche ansprechen und so Hemmschwellen abbauen. „Gleichwohl stellen sie eine Gefahr für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen dar. Das dürfen wir nicht akzeptieren.“

Das Thema soll auf der Gesundheitsministerkonferenz vom 10. bis 11. Juni 2026 in Hannover beraten werden. Hessen unterstützt dort zwei Anträge, die einen stärkeren Jugendschutz bei E-Zigaretten und eine bundesweite Regulierung für tabakfreie Nikotinbeutel fordern.

Hohe Suchtgefahr und rechtliche Lücke

Besonders die sogenannten tabakfreien Nikotinbeutel gelten als Gefahr für die Gesundheit, da sie den Einstieg in die Nikotinabhängigkeit erleichtern. Die Beutel, die zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert werden, können teils erhebliche Mengen Nikotin enthalten. Dadurch kann der Nikotinspiegel im Blut Werte erreichen, die mit denen beim Rauchen von Zigaretten vergleichbar sind oder diese sogar übertreffen. Das führt zu einem hohen Abhängigkeitspotenzial.

Für diese Produkte gibt es bislang keine spezielle tabakrechtliche Regelung. Sie werden über das Lebensmittelrecht eingeordnet, was in der Praxis zu Problemen bei der Kontrolle führt. Hessen strebt daher an, Nikotinbeutel als Tabakersatzprodukte einzustufen und im Tabakrecht zu verbieten, bis eine einheitliche Regelung in der EU geschaffen ist.

Langfristige Schäden für den Körper

Nikotin wirkt anregend auf das Nervensystem und kann Herzfrequenz sowie Blutdruck erhöhen. Langfristig kann dies zu Schäden an den Blutgefäßen beitragen. Besondere Risiken bestehen für Schwangere, Stillende sowie Kinder und Jugendliche, da Nikotin die Entwicklung des Gehirns und der Lunge beeinträchtigen kann.

Obwohl die Beutel keinen Tabak enthalten, können sie geringe Mengen potenziell krebserregender Stoffe aufweisen. Zudem warnen auch Zahnärzte vor Reizungen und Entzündungen im Mundraum durch den direkten Kontakt mit der Mundschleimhaut. „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche gesund aufwachsen“, so die Gesundheitsministerin.