Schwule können in Wiesbaden bald einfacher Blut spenden

Hessens Gesundheitsminister Klose spricht sich für die geplante Änderung des Transfusionsgesetztes aus. Sie sieht vor, die Spendeerlaubnis vom individuellen Risikoverhalten abhängig zu machen statt von der sexuellen Orientierung.

Schwule können in Wiesbaden bald einfacher Blut spenden

Nach Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich nun auch Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Die Grünen) dafür ausgesprochen, dass Blutspenden für Schwule einfacher werden solle. Damit könnten auch homosexuelle Wiesbadener bald leichter Blut spenden.

Wie die hessische Landesregierung am Dienstag (10. Januar) meldete, stimmt Klose Lauterbach in dem Punkt zu, dass sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität künftig keine Ausschluss- oder Rückstellungskriterien für Blutspenden sein sollten. Bisher dürfen homosexuelle Männer nur dann Blut spenden, wenn sie gerade keinen neuen Sexualpartner haben. Ansonsten werden sie für vier Monate zurückgestellt. Auch mehrere Sexualpartner sind ein Grund für eine Rückstellung. Im Gegensatz dazu werden Heterosexuelle nur zurückgestellt, wenn sie „häufig wechselnde“ Sexualpartner haben. Die Ungleichbehandlung wurde vielfach als Diskriminierung kritisiert.

Bisher größere Einschränkungen für Homosexuelle

Lauterbach plant eine zeitnahe Änderung des Transfusionsgesetzes, die dafür sorgen soll, dass statt sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität nur noch das individuelle Risiko-Verhalten eines potenziellen Spenders entscheidet, ob sein Blut für eine Spende infrage kommt.

Eine so große Bevölkerungsgruppe unabhängig vom individuellen Risiko bisher faktisch von der Blutspende auszuschließen, ist medizinisch nicht notwendig und wird von vielen als diskriminierend empfunden“ – Kai Klose, hessischer Gesundheitsminister

Für Klose habe die Sicherheit der Spendenempfänger die höchste Priorität. Gleichzeitig sehe er aber auch den hohen Bedarf an Blutspenden in Hessen: Jede Woche würden mehrere tausend davon benötigt. Insofern sei es auch unsinnig, einer so großen Gruppe von Menschen wie homosexuellen Männern das Spenden aus Pauschalgründen zu erschweren.

„Blut zu spenden und so Leben zu retten darf nicht von der sexuellen Orientierung abhängig sein. Auch im Hessischen Landtag traf diese Haltung auf breite Unterstützung. Der Schritt des Bundesgesundheitsministers ist in der Sache geboten, wir begrüßen ihn ausdrücklich!“, so Klose.

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