Windräder auf der Hohen Wurzel dürfen gebaut werden

Aus Umweltschutzgründen hatte das Regierungspräsidium Darmstadt 2016 den Bau von Windrädern über Wiesbaden untersagt. Jetzt hat das Verwaltungsgericht Wiesbaden die Entscheidung gekippt.

Windräder auf der Hohen Wurzel dürfen gebaut werden

Der Windpark Hohe Wurzel auf dem Taunuskamm oberhalb von Wiesbaden darf gebaut werden. Das entschied das Verwaltungsgericht Wiesbaden am Freitagabend. Geklagt hatte die ESWE Taunuswind GmbH, denen der Bau der Windräder auf dem Kamm vom Darmstädter Regierungspräsidium untersagt worden war.

Der geplante Standort des Windparks liegt für neun der zehn der Anlagen in zwei Trinkwasserschutzgebieten. Vorherrschendes Felsgestein ist dort Taunusquarzit. Nach Einschätzung des beklagten Landes Hessen bestände die Gefahr, dass bei der Errichtung des Windparks Schadstoffe aufgrund der Felsstruktur in das Grundwasser gelangen könnten. Die Kammer sah diese Gefahr ebenfalls, aber das von ESWE vorgelegte Sicherheitskonzept sei ausreichend, um dieses Risiko zu minimieren.

Auch der Lebensraum von Wanderfalken, welche sich in der Nähe des Funkturms auf der Hohen Wurzel aufhalten, sei durch Windenergie gefährdet. „Das Naturschutzrecht sieht ein Tötungsverbot für diese besonders geschützte Art vor, lässt jedoch unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen hiervon zu“, so das Gericht in der Urteilsbegründung. Das Gericht erkannte zwar die Gefahr für den Wanderfalken, aber die Windenergieanlagen würden zur Versorgungssicherheit beitragen, weshalb eine Ausnahme vom Tötungsverbot aus Gründen der öffentlichen Sicherheit vorliege. Eine Belastung der umliegenden Denkmäler, wie dem Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem Schläferskopf oder dem Kloster St. Ferrutius in Taunusstein-Bleidenstadt sah das Gericht nicht.

Positive Reaktionen in der Stadt

ESWE Versorgung zeigte sich nach dem positiven Urteil sehr erfreut: „Das heutige Urteil versetzt uns in die Lage, die Energiewende und damit den Klimaschutz weiter voranzutreiben. Dabei bleibt die Wertschöpfung in unserer Stadt und landet nicht bei einem fernen Privatunternehmen. Das kommt allen Bürgerinnen und Bürgern zugute“, so Ralf Schodlok, Vorstandsvorsitzender von ESWE Versorgung. Für Oberbürgermeister Gert Uwe-Mende sei die Entscheidung ein Gewinn für Wiesbaden: „Mit dem Bau des Windparks Taunuskamm kommen wir unseren erklärten Klimaschutzzielen einen großen Schritt näher.“

Durch die CO2-neutrale Energieversorgung könnten weitere Fahrverbote in der Wiesbadener Innenstadt vermieden werden, so Verkehrsdezernent Andreas Kowol. Mit dem Strom des Windparks könnten etwa 40.000 E-Autos in Wiesbaden dauerhaft emissionsfrei fahren, erklärt der Dezernent. „Das würde jede Menge CO2 in Wiesbaden vermeiden: „Noch ist es Planung, doch die Realisierung steht vor der Tür – da bin ich sicher.“ (df)

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