Kein Bargeld mehr an Automaten? Verdi ruft zum Streik der Geldboten auf

Wiesbaden ab Montag betroffen

Kein Bargeld mehr an Automaten? Verdi ruft zum Streik der Geldboten auf

Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit die Geldboten zu Warnstreiks aufgerufen. Grund seien „ergebnisoffene Tarifverhandlungen“ mit den Arbeitgebern. Wie Merkurist erfuhr, wird auch Wiesbaden betroffen sein.

Zum Streik aufgerufen werden sowohl Angestellte, die mit gepanzerten Fahrzeugen Geldautomaten beliefern, als auch diejenigen, die Bargeld in Geschäfte bringen und abholen. Ebenso aufgerufen werden stationäre Dienste, die etwa die Geldpackungen für den Transport vorbereiten.

Hohe Beteiligung

Wie Guido Jurock, Gewerkschaftssekretär und Streikleiter bei Verdi Hessen gegenüber Merkurist mitteilt, wurden die Mitarbeiter in Hessen ab Montag (4. Juli) zum Streik aufgerufen. „Die Beteiligung ist erfreulich hoch, viel höher als erhofft“, so Jurock. Je nach Standort würden 50 bis 80 Prozent der Beschäftigen dem Aufruf folgen. In anderen Regionen Deutschlands streiken die Beschäftigten schon seit Freitag, schreibt das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Der Streik in Hessen soll dann zwei Tage lang gehen – zunächst: „Ob sich der Streik verlängert, entscheiden die Streikenden“, so Jurock. Am Mittwoch werde weiter verhandelt, gegebenenfalls werde Verdi eine Aktion vor Ort organisieren. „Es liegt nun an den Arbeitgebern, weitere Streiks zu verhindern.“

„Einige Geldautomaten könnten leerlaufen.“ – Guido Jurock, Verdi Hessen

Wer in den nächsten zwei Tagen dringend Bargeld braucht, solle sich möglichst heute schon eindecken, empfiehlt Jurock. „Einige Geldautomaten könnten leerlaufen.“ Außerdem treten auch die Mitarbeiter, die Störungen beheben, teilweise in den Streik. Ebenso würden Geschäfte nun nicht mehr, wie sonst üblich, von Geldboten mit Bargeld versorgt. „Die müssen sich nun eine andere Lösung überlegen.“

Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern in der Geld- und Wertbranche erreichten in der Nacht auf Donnerstag (30. Juni) bereits ihre dritte Runde. Sie waren wieder ohne Ergebnis verlaufen. Verdi fordert eine Anhebung der Stundenlöhne auf 16,19 Euro bis 20,60 Euro, je nach Region. „Die Arbeitgeber sind noch erheblich von unseren Forderungen und den Bedürfnissen der Beschäftigten entfernt“, so Verdi-Verhandlungsführerin Sonja Austermühle. „Deshalb werden wir nun mit Warnstreiks den Druck erhöhen.“ Bundesweit betroffen sind 11.000 Beschäftigte. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den kommenden Mittwoch angesetzt.

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