Neues Konzept: Was Wiesbaden gegen Hitze, Dürre und Fluten plant

Hitzewellen, Dürre und Starkregen: Mit einem neuen Konzept will sich die Stadt Wiesbaden für die Folgen des Klimawandels rüsten. Der Entwurf liegt nun vor.

Neues Konzept: Was Wiesbaden gegen Hitze, Dürre und Fluten plant

Der Magistrat der Stadt Wiesbaden hat am Dienstag den Entwurf für ein Klimaanpassungskonzept (WI-KLAK) an die Ortsbeiräte und Ausschüsse zur Beratung überwiesen. Im Anschluss soll das Konzept der Stadtverordnetenversammlung zum Beschluss vorgelegt werden. Laut der Stadt schafft Wiesbaden damit eine Grundlage, um sich systematisch auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Stadtführer

Im Mittelpunkt stehen der Umgang mit zunehmender Hitze, längeren Trockenperioden und den steigenden Risiken von Starkregen und Überflutungen. Ziel ist es, Wiesbaden klimaresilienter zu machen, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern.

Oberbürgermeister Gert-Uwe-Mende sagt: „Ein Blick zurück auf den Sommer zeigt, wie sehr uns die Hitze in diesem Jahr zu schaffen gemacht hat. Und diese Situation wird sich allen Prognosen nach in den nächsten Jahren weiter verschärfen.“ Das Konzept biete eine Basis, um Menschen, Umwelt und Infrastruktur zu schützen.

Bürgermeisterin Christiane Hinninger ergänzt: „Wir haben in Wiesbaden schon mit der Klimaanpassung begonnen. Insgesamt aber müssen wir sie noch systematischer und für die ganze Stadt betrachtet vorantreiben.“ Das Konzept sei ein Planungswerkzeug, um die Klimaanpassung stärker in der Stadtentwicklung zu verankern.

Konzept mit konkreten Maßnahmen

Das Klimaanpassungskonzept erweitert den bisherigen KLIMA_PLAN der Landeshauptstadt. Während der Klimaschutz darauf abzielt, die Ursachen des Klimawandels zu begrenzen, bereitet das WI-KLAK die Stadt auf die unvermeidbaren Folgen vor. Das Konzept ist in mehrere Bereiche unterteilt: Eine Bestandsaufnahme beschreibt die klimatischen Bedingungen, eine Gesamtstrategie definiert Leitsätze und ein Maßnahmenkatalog enthält konkrete Handlungsmöglichkeiten.

Ein weiteres Ziel ist es, das Bewusstsein für die Klimaanpassung in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bevölkerung zu stärken. Außerdem dient das Konzept als Grundlage, um Förderprogramme von Bund und Land zu beantragen.

Bürger an Erstellung beteiligt

Die Erstellung des Konzepts lief seit 2024 unter der Leitung des Umweltamts in Zusammenarbeit mit Ämtern, städtischen Gesellschaften und externen Experten. Auch die Wiesbadener Bevölkerung wirkte mit, unter anderem bei zwei Bürgerinformationsveranstaltungen und durch Umfragen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) hat die Erstellung des Konzepts über einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert.

Der vollständige Entwurf des Klimaanpassungskonzepts steht zum Download bereit.