Die Stadtpolizei Wiesbaden stellt bei Kontrollen immer mehr Verstöße mit E-Scootern fest. Wie die Landeshauptstadt Wiesbaden mitteilt, zeigte ein Fall vom 30. September in der Klarenthaler Straße, wie gravierend die Probleme sein können.
Eine Streife hatte dort einen auffällig schnellen E-Scooter in Fahrtrichtung Dotzheimer Straße gestoppt, dem ein gültiges Versicherungskennzeichen fehlte. Bei der Kontrolle stellten die Beamten fest, dass das Fahrzeug technisch so verändert war, dass es bis zu 50 km/h schnell fahren konnte. Für ein solches Tempo hatte der Fahrer aber weder die nötige Fahrerlaubnis noch eine allgemeine Betriebserlaubnis. Da auch kein Versicherungsschutz bestand, beendete die Stadtpolizei die Fahrt und leitete mehrere Straf- und Bußgeldverfahren ein.
Stadtpolizei-Chef warnt vor gefährlichem Trend
Normalerweise sind E-Scooter bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h führerscheinfrei. Durch technisches Tuning verlieren sie diesen Status jedoch. Wird die Geschwindigkeitsgrenze überschritten, gilt der Roller rechtlich als Motorroller oder Motorrad, wofür Fahrer einen passenden Führerschein benötigen.
Peter Erkel, Leiter der Wiesbadener Stadtpolizei, sieht darin ein wachsendes Problem. „Wir beobachten hier einen gefährlichen Trend, der weit über Wiesbaden hinausgeht. E-Scooter, die illegal auf 50 oder wie in Extremfällen sogar auf 80 km/h getunt werden, sind inzwischen eine ernste Gefahr auf unseren Straßen“, so Erkel. Er nimmt auch Eltern in die Pflicht, die ihren Kindern Roller überlassen.
Die Stadtpolizei kündigte an, den Kontrolldruck hochzuhalten. Um getunte Fahrzeuge künftig schneller zu identifizieren, prüft die Behörde den Kauf eines mobilen Rollenprüfstands. Mit diesem Gerät ließe sich die tatsächliche Motorleistung direkt vor Ort messen.