Wie die Preise für das Anwohnerparken zustande kommen

Ein Anwohnerparkausweis garantiert in Wiesbaden keinen Stellplatz vor der Haustür. Dass er lediglich ein Vorrecht geben kann, macht sich auch bei den Gebühren bemerkbar.

Wie die Preise für das Anwohnerparken zustande kommen

Viele Autos, wenig Parkplätze. Wer in Wiesbaden direkt vor der Haustür parken will, hat meistens keine Chance. Selbst die rund 19.000 Wiesbadener, die einen Anwohnerparkausweis besitzen, müssen immer wieder ein bis zwei Häuserecken weiter auf einen Stellplatz lauern.

Der Ausweis garantiert nämlich keinen Platz, er gibt den Anwohnern nur ein Vorrecht darauf, denn in den Parkzonen darf am Tag kein fremdes Auto abgestellt werden. Mit einer Ausnahme: In manchen Zonen dürfen Besucher für zwei Stunden parken, wenn sie eine Parkscheibe in ihr Auto legen. Dadurch ist das Anwohnerparken nicht mit einem gemieteten Stellplatz vergleichbar — und auch wesentlich günstiger. In einem Snip hat Merkurist-Leserin Carolin gefragt, wie die Gebühr für die Parkberechtigung zustande kommt.

Günstige Gebühren in Wiesbaden

„Die Kosten für einen Anwohnerparkausweis belaufen sich aktuell auf 22,00 Euro“, erklärt Ralf Wagner, Leiter der Geschäftsstelle des Präventionsrates beim Ordnungsamt. Hinzu kommen 1,50 Euro für eine selbstklebende Hülle, mit der der Ausweis gut einsehbar im Auto platziert werden kann. „Die Gültigkeit ist zwei Jahre. Die Gebühr wurde seit der Einführung auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 27. März 2003 nicht erhöht“, erklärt Wagner weiter.

Tatsächlich gibt es eine gesetzliche Regelung, die festlegt, dass für das Anwohnerparken nur eine Verwaltungsgebühr erhoben werden darf. Die Stadt darf also kein Geld daran verdienen. Landesweit darf dabei eine Summe von 30,70 Euro pro Jahr nicht überschritten werden. Die Wiesbadener kommen also günstig weg — zum Vergleich: Die Mainzer zahlen 60 Euro für zwei Jahre. Wer sein Auto ohne den Ausweis auf einem Anwohnerparkplatz abstellt, muss mit einem Bußgeld von zehn bis 30 Euro, je nach Parkdauer rechnen.

Hintergrund

Ein Recht auf einen Anwohnerparkausweis hat jeder Wiesbadener, der in der Nähe eines Anwohnerparkraums gemeldet ist, und nachweisen kann, regelmäßig ein Auto zu nutzen. Die meisten Ausweise, nämlich mehr als 3600, gelten in der Parkzone 7 im äußeren Westend, gefolgt vom Rheingauviertel und dem Dichterviertel. Mit die wenigsten Parkausweise sind derzeit im Nerotal ausgestellt. (ms/lp)

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