Gute Nachrichten für die Gastronomen in Wiesbaden: Wenn es um die Gebühren für Tische und Stühle im Freien geht, gehört die Landeshauptstadt zu den günstigsten Städten in Hessen. Das zeigt ein aktueller Vergleich des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen, der die enormen Unterschiede zwischen den Kommunen aufdeckt.
Von teuer bis günstig
Für den Vergleich hat der Steuerzahlerbund die sogenannten Terrassengebühren in den zwölf hessischen Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern untersucht. Als Grundlage diente ein Musterbetrieb mit einer 25 Quadratmeter großen Außenfläche während der fünfmonatigen Hauptsaison in bester Lage. Das Ergebnis: In Wiesbaden und Rüsselsheim werden für diesen Betrieb lediglich 156 Euro fällig. Am teuersten ist es hingegen in Darmstadt, wo Gastronomen für die gleiche Fläche 1875 Euro zahlen müssen. „Also mehr als das zehnfache“, bilanziert Jochen Kilp, Vorstand beim hessischen Steuerzahlerbund.
Im oberen Mittelfeld bewegen sich Bad Homburg vor der Höhe und Gießen mit einer Gebühr von jeweils 750 Euro. Auch in Hanau (625 Euro) und Fulda (625 Euro) müssen Wirte tiefer in die Tasche greifen. In Frankfurt am Main werden 500 Euro fällig.
Etwas preiswerter ist die Außengastronomie in Marburg, wo die Gebühr 575 Euro beträgt. Im unteren Bereich des Vergleichs finden sich neben Wiesbaden und Rüsselsheim auch Wetzlar mit 383 Euro, Kassel mit 375 Euro und Offenbach am Main mit 313 Euro.
Gebühren zur Belebung der Innenstädte abschaffen?
Der Bund der Steuerzahler rät den Kommunen daher nicht nur zu maßvollen Abgaben, sondern plädiert für deren vollständige Abschaffung. Die finanziellen Einbußen für die Städte wären laut BdSt überschaubar, da die Einnahmen oft weniger als 0,05 Prozent des Gesamthaushalts ausmachen. Gleichzeitig würde der Verwaltungsaufwand wegfallen und die Gastronomen, die durch das wetterabhängige Geschäft ohnehin ein hohes Risiko tragen, bürokratisch entlastet.
Eine Abschaffung der Gebühren wäre eine einfache und wirksame Maßnahme, um die Gastronomie zu unterstützen und die Innenstädte zu beleben, argumentiert der Verband. „Viele Städte suchen händeringend nach Konzepten zur Belebung ihrer Innenstädte“, so Kilp. „Unterm Strich wäre es ein kleiner Verzicht für die Kommunen, aber eine große Unterstützung für die Gastronomen, die jeden Tag zur Belebung der Innenstädte beitragen.“ Positiv vermerkt der BdSt, dass keine der untersuchten hessischen Städte die Gebühren im Vergleich zum Vorjahr erhöht hat.