Schätze aus zweiter Hand

Von individuellen Möbelstücken, über Vintage-Accessoires aus vergangenen Zeiten bis hin zu preiswerter Kinderkleidung aus zweiter Hand: Auf Wiesbadens Flohmärkten und in diversen Second Hand-Geschäften werdet Ihr fündig.

Schätze aus zweiter Hand

Aus alt mach neu: In zahlreichen Cafés und Bars zeigt sich aktuell ein besonderer Trend. Viele sind bestückt mit Möbeln aus früheren Jahrzehnten. Auch Fashionbegeisterte greifen gerne einmal zu extravaganten Kleidungsstücken aus den 50er- oder 60er-Jahren - anstelle der oftmals immergleichen Neuware. Zudem schonen einige der gebrauchten Fundstücke den Geldbeutel. Flohmärkte sind also nicht nur ein Magnet für Antiquitätensammler, sondern auch und gerade für diejenigen, die an ihrem Samstag mal eine Auszeit vom hektischen Treiben der Wiesbadener Innenstadt brauchen.

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Auf nach Biebrich

Für alle Liebhaber des gemütlichen Stöberns empfiehlt sich der Flohmarkt am Biebricher Schloss. Von März bis Oktober finden sich hier private Händler mit einer Vielzahl an nützlichen, weniger nützlichen und mitunter sehr schrägen Waren ein. Die Besucher erwartet eine riesige Sammlung aus altem Geschirr, gebrauchter Kleidung sowie Büchern und vielen weiteren Fundstücken. Wer für seine ausrangierten Habseligkeiten neue Besitzer sucht, kann sich einen Standplatz für 15 Euro mieten. An jedem dritten Samstag im Monat lädt die Straße „Am Parkfeld“ zwischen 7 und 14 Uhr zum ausgiebigen Schlendern und wilden Handeln ein. Denn Faustregel jedes guten Flohmarkts ist: Feste Preise gibt es nicht.

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Recycling im Freien

Ein buntes Treiben erwartet Standplatz-Besitzer und Kauffreudige auch im Wiesbadener Kulturpark. Unter dem Motto „Keine Händler - Kein Sexismus - Kein Nazikram“ veranstaltet das Kulturzentrum Schlachthof regelmäßig seinen Flohmarkt am Wasserturm.
Gutes für die Umwelt tun und dabei sparen: Das ist dort einmal im Monat zwischen 11 und 15 Uhr möglich. Dann tummeln sich auf der großen Hasenwiese nahe des Bahnhofs unterschiedlichste Hobby-Verkäufer. Wer seine Gebrauchtwaren veräußern mag, zahlt auch hier 15 Euro. Auf der Website des Schlachthofs steht alles Wissenswerte. Interessierte melden sich einfach an und können so ihr aussortiertes Hab und Gut bereits beim nächsten Open-Air-Flohmarkt recyclen.

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Reise in die Vergangenheit

Fern großer Menschenmengen in einer ruhigen Seitenstraße im Wiesbadener Westend liegt die Vintage- und Second-Hand-Boutique von Anna Gardner. Die gebürtige Amerikanerin wohnt seit 1994 in Deutschland. 2012 entschied sie sich das mit farbenfroher und vielfältiger Retro-Kleidung und vielen Accessoires bestückte Lädchen in der Scharnhorststraße zu eröffnen. Eine Herzenssache für Gardner: „Ich möchte den Kleidern ein gutes, neues Zuhause geben.“

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Ihr Geschäft Delight soll jedoch keine Anlaufstelle für Fastnachtswütige auf Kostüm-Suche sein. 90 Prozent ihrer Kunden seien wahre Liebhaber, die gepflegte Retro-Ware zu schätzen wissen.

„Es sind Frauen mit Selbstbewusstsein, die meine Stücke mit Freude tragen.“ - Anna Gardner

„Lebhaft, weiblich und witzig sind meine Kleider“, erzählt Gardner lachend, „eine wahre Frauenoase.“ So ziehe die kleine Boutique vor allem eine weibliche Kundschaft im Alter von 20 aufwärts an. „Es sind Frauen mit Selbstbewusstsein, die meine Stücke mit Freude tragen“, so die Amerikanerin, die ihre Leidenschaft für Vintage und Second Hand an andere weitergeben möchte. Ihre vielfältige Ware stamme aus verschiedensten Quellen: Von Omas, Sammlerinnen oder von denjenigen, die geerbt haben, aber nicht wissen, wohin damit. Der positive Umweltaspekt sowie die Geschichten, die jedes einzelne Kleidungsstück indirekt erzählt, begeistere sie - und ihre Kundinnen.

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Wer für einen kompletten Abend in die glitzernde Welt von Delight eintauchen möchte, kann die Räumlichkeiten der Boutique für sich und Freunde anmieten. Hier darf gegessen, getrunken, getanzt und gerne eingekauft werden. „Es ist fast wie eine Therapie“, sagt die Kleinunternehmerin, „Wir reden über alles, aber das bleibt im Laden.“ Montags von 10:30 bis 14:30 Uhr, donnerstags und freitags von 13 bis 19 Uhr sowie samstags von 10:30 bis 16:30 Uhr könnt Ihr Euch bei einem Besuch vom Charme des Ladens einmal selbst überzeugen.

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Fast wie neu

So heißt das städtische Projekt, das den Second Hand-Laden in der Otto-Wallach-Straße ins Leben rief. Im Biebricher KaufHaus gibt es für fast jeden das passende Stück aus zweiter Hand. Das Geschäft bietet in verschiedenen Abteilungen - ob Textilien, Hausrat, Elektronik oder Möbel - eine Vielzahl gebrauchter Artikel an. Das Team von fast wie neu kümmert sich aber nicht nur um den Verkauf der Ware, sondern nimmt sich vor Ort auch deren Pflege und Instandhaltung an. Das Projekt der BauHaus Werkstätten Wiesbaden (BWW) dient nämlich dazu, erwerbslosen Jugendlichen und Erwachsenen einen Weg ins Berufsleben zu ebnen. Gleichzeitig sollen die Produkte zu kleinen Preisen erhältlich sein. Ziel ist es, dass gerade jene Bürger davon profitieren, die staatliche Sicherungsleistungen beziehen. Sie erhalten alle Waren 25 Prozent günstiger. Das vielfältige Angebot ist daher auch auf Spenden der Wiesbadener angewiesen. Wer also schon länger gedenkt, sich von Gebrauchsgegenständen zu trennen, die im Keller lediglich verstauben, kann diese im KaufHaus abgeben - und damit seinen Mitbürgern eine Freude machen.

Second Hand für Kids

So schnell wie die Kleinen wachsen, so schnell verwachsen sie auch ihre Kleider. Umso praktischer sind Second Hand-Angebote für die Kleinsten. Hierzu können Mamas und Papas diesen Samstag (9. Juli) ab 13 Uhr über den Floh- und Kindersachenmarkt auf dem Walluferplatz spazieren. Neben des Flohmarkt-Stöberns lädt der KC-Rheingauviertel die kleinen und großen Wiesbadener bis 19 Uhr auch zum Verweilen bei Kaffee, Kuchen und Live-Programm ein.

Wer am Samstag bereits andere Pläne hat, dem steht jederzeit ein Besuch in den Second Hand-Läden Fliegenpilz in der Herderstraße und Mini Mäuschen in der Dotzheimer Straße offen. Hier gibt es für faire Preise eine bunte Auswahl gut erhaltener Kinderkleidung.

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