In der Gibb gibt es bald gutbürgerliche Küche

Nachdem der alte Nonnenhof in Biebrich von heute auf morgen geschlossen hat, übernimmt nun ein junges Gastronomenpaar das Lokal. Anna Klüter und Rodrik Tatousian wollen mit dem Nonnenhof eine Lücke in Biebrich schließen.

In der Gibb gibt es bald gutbürgerliche Küche

Sie können nachts kaum noch schlafen, tagsüber sind sie ständig angespannt. Doch die Freude überwiegt bei Anna Klüter und Rodrik Tatousian. Denn schon bald, am 27. Mai, eröffnen die beiden jungen Gastronomen ihr erstes eigenes Lokal: die Gaststätte Nonnenhof in der Biebricher Gibb. Auf der Speisekarte stehen gutbürgerliche, deutsche Gerichte wie Schnitzel, Kotelett und Steak.

Mit ihrem Wirtshaus, das übrigens weder Kneipe noch Restaurant, sondern eben etwas dazwischen sein wird, wollen die 25-jährige Anna und der ein Jahr ältere Rodrik eine Lücke in Biebrich schließen. „Hier im Stadtteil gibt es viel Pizza, Pasta und Döner, aber vor allem in der Gibb fehlt die gutbürgerliche, deutsche Küche“, meint Anna. Sie will mit der Gaststätte ein Stück Freudenberg nach Biebrich bringen.

Opa betreibt Freudenberger Taunusblick

„Mir wurde die Gastronomie in die Wiege gelegt.“ - Anna Klüter

Denn: Ihr Opa, Manfred Klüter, ist schon seit über 20 Jahren Inhaber des Freudenberger Taunusblicks und bedient seine Gäste noch immer regelmäßig mit seinen Koteletts, Rumpsteaks und Schnitzeln. „Mir wurde die Gastronomie also sozusagen in die Wiege gelegt“, sagt die Restaurantfachfrau Anna, die in den vergangenen Jahren im Lokal ihres Opas gearbeitet hat. „Ich liebe und lebe die Gastronomie.“

Das tut zum Glück auch ihr Geschäftspartner Rodrik, der gleichzeitig auch ihr Lebensgefährte ist. Aktuell arbeitet er noch als Betriebsleiter des Steakhauses Maredo in Frankfurt. Doch schon jetzt freut er sich auf seine neue Aufgabe im eigenen Wirtshaus. Einen Koch haben er und Anna eingestellt, sonst wollen sie die Aufgabe alleine stemmen. „Wir bekommen aber viel Unterstützung von unseren Familien“, sagt Anna. Opa Manfred, der schon seit 50 Jahren in der Gastro arbeitet, hat sich schon jetzt bereit erklärt, ab und zu hinter der Theke Bier zu zapfen.

„Jeder soll sich bei uns wohlfühlen.“ - Rodrik Tatousian

Und nicht nur aus der eigenen Familie bekommt das junge Paar Unterstützung. „Die Biebricher haben uns von Anfang an herzlich aufgenommen“, erzählen Anna und Rodrik, die erst vor Kurzem nach Biebrich gezogen sind. „Jetzt wollen wir den Biebrichern etwas zurückgeben“, sagt Anna. „Jeder soll sich bei uns wohlfühlen“, ergänzt Rodrik. Und mit „jeder“ meinen die jungen Gastronomen auch wirklich „jeder“. Neben einem großen Schnitzel mit Pommes für rund 9,90 Euro gibt es auch eine Kinderkarte — und nachmittags Kaffee und Kuchen. „Das war uns wichtig, nachdem die Bäckerei Pfennig jetzt geschlossen hat“, sagt Anna.

Das junge Paar zählt die Tage, bis sie ihr erstes eigenes Restaurant eröffnen. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun. Nachdem ihr Vormieter, ein Kroate, vom einen auf den anderen Tag im alten Nonnenhof aufgehört hat, mussten Anna und Rodrik erst einmal renovieren: Streichen, Möbel umstellen, Efeu von den Wänden entfernen. Im großen Festsaal neben dem eigentlichen Gastraum muss noch Klarschiff gemacht werden, die Gardinen sind noch nicht da und auch das neue Außenschild ist noch nicht angebracht. „Wir müssen Gas geben“, sagt Anna. Aber das junge Paar ist optimistisch, dass alles rechtzeitig fertig wird und ihre neue Gaststätte gut bei den Wiesbadenern ankommt: „Wir sind die Richtigen für dieses Lokal.“

Die Gaststätte Nonnenhof eröffnet am Montag, den 27. Mai. Am Eröffnungstag bekommt jeder, der vorbeikommt, ein kleines Glas Bier oder Sekt zum Anstoßen. Danach hat das Lokal dienstags bis sonntags von 12 bis 22 Uhr geöffnet, bis 21 Uhr gibt’s warme Küche. Montags ist Ruhetag. (ts)

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