Luca-App: Ist sie zu teuer?

Einfach mit dem Handy einchecken, ohne lästige Papierformulare. Die Luca-App ist in vielen Restaurants, bei Veranstaltungen, Kinos und Konzerten inzwischen Standard. Doch was bringt sie eigentlich?

Luca-App: Ist sie zu teuer?

Seit einigen Monaten ersetzt die Luca-App vielerorts die bislang üblichen und vorgeschriebenen Papierformulare zur Kontaktdatenerfassung. Mehr als 20 Millionen Deutsche sind inzwischen bei Luca registriert, knapp 260.000 Standorte deutschlandweit nutzen die App, ist von Seiten des Betreibers culture4life GmbH zu erfahren. Die Idee hinter der App: Über einen QR-Code kann man sich beim Besuch im Restaurant, bei Konzerten, im Kino oder Museum per Scan mit dem Handy einchecken.

Bei einem positiven Fall können die Kontakte dann schnell an das entsprechende Gesundheitsamt weitergeleitet werden, das somit die betroffenen Kontakte nachverfolgen kann. Die Nutzer werden dann in der App selbst informiert.

Die teure App, die wenig bringt?

Doch was kostet die App letztendlich, lohnt sich ihre Nutzung überhaupt? Das fragt sich ein Merkurist-Leser in einem Snip: „Luca: ‘Die teure App, die wenig bringt’. Wird die in Wiesbaden noch benutzt?“

2,2 Millionen Euro hat das Land Hessen investiert, um insbesondere Betrieben Luca zur Kontaktnachverfolgung anbieten zu können, sagt Julius Wagner, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gastronomieverbands DEHOGA Hessen e.V. - und das noch bis zum 31. März 2022. „Die App verursacht weder für Gäste noch für Gastgeber Kosten.“ Im Vergleich zu den Papierformularen werde die Kontaktdatenerfassung mit der App in erster Linie vereinfacht: „Es geht schneller, sich mit dem Handy einfach per QR-Code-Scan zu registrierten als zum x-ten Mal einen Zettel von Hand auszufüllen“, so Wagner.

Auch die Gastronomen müssten sich so nicht mehr „um die Zettelwirtschaft und vor allem die datenschutzkonforme Aufbewahrung sowie Vernichtung der Datenblätter kümmern“. Das spare vor allem Zeit und personellen Aufwand. Nachteile gebe es aus Sicht der Gastronomie durch die App keine. Ganz verzichten können Restaurant-, Bar- und Cafébetreiber auf die Papierformulare weiterhin nicht - denn es gebe natürlich auch Menschen, die sich nicht bei Luca registrieren lassen möchten oder schlicht kein Smartphone besitzen.

Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern

Wie viele Gastronomie-Betreiber die App tatsächlich nutzen, kann auch die DEHOGA nicht sagen. „Wir schätzen, dass etwa 30 Prozent der rund 12.000 Gastrobetriebe in Hessen diese App nutzen“, sagt Geschäftsführer Wagner. Dabei gebe es einen großen Stadt-Land-Unterschied: „In ländlichen Regionen ist nicht überall eine entsprechende Netzabdeckung gegeben.“ Die übrigen 70 Prozent nutze entweder andere digitale Lösungen, die Papierform oder hielten sich nicht an die Regeln.

Das größte Problem sieht Julius Wagner indes an dem unabgestimmten und unterschiedlichen Vorgehen in den Bundesländern. 319 Gesundheitsämter in ganz Deutschland sind an das Luca-System angebunden. Culture4life meldet, dass deutschlandweit täglich etwa 1100 Menschen in der Luca-App „über eine Datenabfrage im Rahmen der Kontaktnachverfolgung eines Gesundheitsamtes informiert wurden“.

Nun müsse diese Art der Kontaktverfolgung auch konsequent von den Gesundheitsämtern angewendet und vor allem ernst genommen werden, kritisiert Wagner. „Wenn Nordrhein-Westfalen, ein Bundesland mit hohen Infektionszahlen, die Kontaktnachverfolgung gänzlich aufgibt, dann fragen sich die Gastronomen hierzulande natürlich nach Sinn und Zweck der ganzen Nummer.“

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