Weniger Mieterhöhung für 9000 Haushalte in Wiesbaden

„Mietendeckel“ für GWW und GeWeGe beschlossen

Weniger Mieterhöhung für 9000 Haushalte in Wiesbaden

Als starke finanzielle Belastung bezeichnete rund jeder vierte Wiesbadener seine monatlichen Mietkosten in einer Umfrage vom Amt für Statistik und Stadtforschung Ende 2019. Tatsächlich geht für viele in der Landeshauptstadt etwa ein Drittel des Monatsgehaltes für Wohnkosten drauf, wie aktuelle Studien belegen. Besonders Alleinerziehende äußerten in der Umfrage große Sorgen. Auch im Rathaus sind steigende Mieten ein Dauerthema, die Stadtverordnetenversammlung hat deshalb jetzt einen Mietendeckel für die Wiesbadener Wohnungsbaugesellschaft (GWW) und die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Wiesbaden (GeWeGe) beschlossen.

Zusammen stellen die beiden Institutionen derzeit rund 9000 Wohnungen zur Verfügung. Der Mietendeckel betrifft demnach drei von 50 Haushalte in der Stadt. „Mit der Begrenzung der Mieterhöhungen auf jährlich 1,66 Prozent statt bisher fünf Prozent nehmen wir spürbar Druck aus der Dynamik der Mietspiegelentwicklung der letzten Jahre“, fasst Sozialdezernent Christoph Manjura (SPD) die neue Regelung zusammen, die probeweise für die Dauer von drei Jahren eingeführt wurde.

Im Detail besagt sie, dass die 1,66-Prozent-Regelung für alle Wohnungen gilt, die vor dem Jahr 2000 errichtet wurden, und deren Wohnungen eine Kaltmiete von mindestens 6,50 Euro pro Quadratmeter haben. Bei neueren Wohnungen und Wohnungen, die noch eine Kaltmiete von weniger als 6,50 Euro aufweisen, werde die Miete in den kommenden drei Jahren um 3,33 Prozent jährlich erhöht. Zuvor waren auch hier bis zu 5 Prozent möglich. Die Aufsichtsräte von GWW und GeWeGe haben sich bereits im September 2019 für dieses Modell ausgesprochen.

Laut Manjura profitieren aber nicht nur Bewohner von GWW und GeWeGe-Wohnungen von dem Beschluss. Stattdessen könne er auch langfristig dazu beitragen, den Anstieg des Mietspiegels in der Stadt zu bremsen. Hintergrund dabei ist, dass die Wohnungsbaugesellschaften ihre Flächen immer nur innerhalb des Mietspiegels vermieten dürfen. Wenn ihre Preise weniger steigen, wirke sich dies auf den gesamten Durchschnitt der Stadt aus. (ms)

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