Nach Ehestreit: Wiesbadener sanieren Wohnhaus von junger Frau

Nach einem Ehestreit sitzt eine junge Frau auf den Scherben ihres zerstörten Hauses. Eine Gruppe Wiesbadener möchte ihr jetzt beim Wiederaufbau helfen.

Nach Ehestreit: Wiesbadener sanieren Wohnhaus von junger Frau

Als eine junge Frau am 30. Juni ihr Haus betritt, erkennt sie es kaum wieder. Wasserleitungen sind abgetrennt, die Einbauküche ausgebaut, Toiletten zerstört und Abflussrohre zugeschüttet. Im Sommer zuvor hatte sie sich nach mehreren Auseinandersetzungen von ihrem Ehemann getrennt. Der wollte das Haus kaufen, doch sie verkaufte nicht. „Seinen Zorn darüber hat er mir mit der Zerstörung des Hauses gezeigt“, sagt die junge Frau, die ihren Namen nicht öffentlich nennen will. „Wenn man die Arbeit sieht, die jetzt vor einem liegt, kann man schon mal den Mut verlieren.“

Mehr als 20 Helfer erwartet

Um das zu verhindern, haben sich jetzt einige Wiesbadener zusammengetan, die der jungen Frau helfen möchten, das Haus wiederherzurichten. In einer Facebook-Gruppe hat Lilienjournal-Herausgeber Mario Bohrmann einen Hilferuf gestartet. Er selbst kennt die Mutter der jungen Frau aus der Teestube Wiesbaden, wo beide aktiv sind. Ihre Geschichte hat ihn so berührt, dass er helfen wollte. „Wenn ein Partner einem anderen so etwas antut, so bösartig, mutwillig und mit krimineller Energie Eigentum zerstört oder entwendet, dann fällt mir nichts mehr ein“, schreibt er in seinem Aufruf. Für das Wochenende sucht er deshalb nach Helfern, die vor allem bei Maler-, Installations- und Deckenarbeiten mitanpacken können. Bisher hätten sich rund zwei Dutzend Freiwillige angekündigt.

Gruppe junger Geflüchteter leistet Vorarbeit

„Wir wollen helfen.“ - Projektklasse

„Ich habe meinen Jungs von der unfassbaren Geschichte erzählt, wir haben über Gewalt gesprochen und wie man in Deutschland damit umgeht“, erzählt Sabrina Haas. Sie unterstützt eine Projektklasse aus 28 jungen Männern aus Syrien und Eritrea dabei, die deutsche Kultur kennenzulernen. „Die ganze Gruppe hat sofort gesagt: ‚Wir wollen helfen‘“, so Haas. Am Mittwoch erledigten die jungen Männer erste Vorarbeiten. So musste beispielsweise die Tapete runter und der Boden an einigen Stellen raus, bevor am Samstag das große Helferwochenende beginnt.

Freude über Hilfsbereitschaft

„Zu sehen, wie es vorangeht, macht mir wieder Mut.“ - Geschädigte

Die junge Frau selbst wird am Wochenende gemeinsam mit ihrer Mutter dafür sorgen, dass alle Helfer mit Essen und Trinken versorgt sind. „Es ist so toll, was hier gerade passiert“, sagt sie, überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft, die sie gerade erlebt. „Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Menschen für ein einzelnes Schicksal interessieren. Zu sehen, wie es vorangeht, macht mir wieder Mut.“

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