Warum kosten Frauensteiner Kirschen am Stand mehr als im Hofverkauf?

Warum kosten Frauensteiner Kirschen je nach Verkaufsstandort mal mehr und mal weniger? Merkurist hat bei den Frauensteiner Obsthöfen nachgefragt.

Warum kosten Frauensteiner Kirschen am Stand mehr als im Hofverkauf?

Anfang Juni ist in Wiesbaden die Kirschsaison gestartet (wir berichteten). Vor allem die Kirschen aus der Kirschenhochburg Frauenstein sind überregional bekannt und beliebt. Ein Merkurist-Leser zeigte sich jedoch irritiert davon, dass je nach Verkaufsstandort der Verkaufspreis des Obstes unterschiedlich ausfallen würde. So habe er am Hof eines Frauensteiner Händlers nur 5 Euro pro Kilogramm bezahlt, während dieselbe Menge an einem Stand des selben Händlers bis zu 7 Euro kosten würde.

Standgebühr und Personalkosten führen zu höheren Preisen

Auf Merkurist-Anfrage erklärt Klaus Schneider vom „Obstbau Schneider“, dass sich der Preis an ihrem Stand an der Ausfahrt der A66 aus zwei Gründen von denen am Hof unterscheidet. Zum einen müsse für den Stand eine Gebühr an die Stadt Wiesbaden gezahlt werden. Zum anderen müsse auch das Personal an den Ständen bezahlt werden. Bei diesem handele es sich bei ihnen meist um externe Verkäufer und keine betriebseigenen Arbeitskräfte.

Mit dem Standverkaufspreis von 6,50 Euro bis 7,50 Euro pro Kilogramm versuche man die laufenden Betriebskosten wieder reinzuholen, so Schneider. Regulär richte sich der Kirschenpreis aber immer nach der Qualität des Obstes.

Preisunterschiede sind nicht die Regel

Der Verkaufspreis an den Ständen muss sich allerdings nicht immer unterscheiden. So kosten sowohl die Kirschen vom „Quellenhof“ als auch die Kirschen des „Obst- und Weinbau Burkhardt“ am Stand genau so viel wie im Hofladen, erklären die Betreiber Karin Unkelbach und Herrmann Burkhardt. „Jeder Produzent kann die Preise machen, wie er will“, so Burkhardt. Seine Kirschen kosten je nach Größe sowohl an den Ständen und am Hof zwischen sechs und acht Euro pro Kilogramm.

Beim „Quellenhof“ kosten die Kirschen 6,50 Euro pro Kilogramm. „Wegen der allgemein steigenden Preise wollen wir unter sieben Euro bleiben. Unsere Kunden kaufen keine Kirschen die mehr als 8 Euro pro Kilogramm kosten“, erklärt auch Karin Unkelbach. So unterscheide sich der Verkaufspreis trotz Inflation bei allen drei Höfen nicht vom Vorjahrespreis. „Da bleibt bei uns nicht viel im Geldbeutel übrig“, so Unkelbach.

„Wir hatten vor Kurzem belgische Gäste bei uns im Hotel, die uns von Kirschpreisen von 20 Euro pro Kilogramm in ihrer Heimat erzählt haben“, erklärt Klaus Schneider. „Wir kommen den Kunden mit unseren Preisen entgegen.“

Logo