AfD-Aussteigerin erzählt im Schlachthof, warum die Partei gefährlich ist

Franziska Schreiber war Vorsitzende der Jungen Alternative in Sachsen und stellvertretende Pressesprecherin. Heute hat sie der Partei den Rücken gekehrt. Im Schlachthof erklärt sie, warum.

AfD-Aussteigerin erzählt im Schlachthof, warum die Partei gefährlich ist

Franziska Schreiber trat 2013 in die AfD ein. Was folgte, lässt sich mit den Worten „kometenhafter Aufstieg“ beschreiben. Innerhalb eines Jahres wurde sie Vorsitzende der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA) in Sachsen* und stellvertretende Pressesprecherin. 2017 wurde sie Teil des Bundesvorstandes der Partei.

Von Beginn an steht Schreiber an der Seite von Frauke Petry und den Nationalkonservativen gegen Bernd Lucke, später im gemäßigten Lager gegen den immer stärker und radikaler werdenden Flügel um Björn Höcke. Entsetzt von den Aussagen, die innerhalb der AfD inzwischen getätigt und akzeptiert werden, unternimmt sie mit anderen liberalen Mitgliedern im März 2017 einen letzten Versuch zur Rettung auf dem Bundesparteitag in Köln. Als dieser scheitert, tritt sie im September 2017 aus der AfD aus.

Heute sagt sie: „Die AfD ist sehr gefährlich. Sie will einen autoritären Staat. Sie will demokratische Freiheiten und bürgerliche Rechte abbauen. Die Partei will ‘ausmisten’, wenn sie an die Macht kommt.“ So äußerte sich die 28-Jährige im Interview mit „t-online.de“. Über ihre Erfahrungen in der Partei hat sie ein Buch geschrieben. In ihrem 2018 erschienenen Werk „Inside AfD“ berichtet sie davon, wie sich die Partei immer weiter verändert hat.

Eine Aussteigerin packt aus

Davon erzählt sie auch am 28. März im Wiesbadener Schlachthof. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „moment mal!“ spricht Schreiber ab 19 Uhr über ihre AfD-Zeit und erklärt, warum sie ausgestiegen ist. Ihr Gesprächspartner an diesem Abend ist der Rechtsextremismus-Experte Fabian Jellonnek von „achtsegel.org“, einem Büro für demokratische Kommunikation und politische Bildung im Netz. Mit politikwissenschaftlichen Einschätzungen ergänzt er die AfD-Innenansichten von Franziska Schreiber. Der Eintritt an diesem Abend ist frei.

Schreiber sieht es seitdem als ihre Aufgabe, über das tatsächliche Gesicht der AfD aufzuklären. In ihrem Buch erzählt sie deshalb die ganze Geschichte der AfD und verdeutlicht, warum diese Partei heute gefährlicher ist als je zuvor. Außerdem setzt sie sich kritisch mit ihren eigenen, während ihrer Zeit in der AfD vertretenen, Forderungen auseinander — zum Beispiel nach Straffreiheit für Holocaustleugner — und korrigiert ihre Fehleinschätzungen. (lp)

*In einer vorherigen Version dieses Artikels haben wir geschrieben, dass Franziska Schreiber Vorsitzende der Jungen Alternativen (JA) war. Dies war nicht korrekt. Franziska Schreiber war Vorsitzende der Jungen Alternative Sachsen.

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