Wiesbadener Oberbürgermeister fordert schnelle Nachfolge für 9-Euro-Ticket

Noch immer steht kein Nachfolger für das 9-Euro-Ticket fest. Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende findet das schade und hofft, dass die Bundespolitik „zu Potte kommt“.

Wiesbadener Oberbürgermeister fordert schnelle Nachfolge für 9-Euro-Ticket

In wenigen Tagen endet das 9-Euro-Ticket, mit dem man im Juni, Juli und August kostengünstig mit Bus und Bahn durch ganz Deutschland fahren konnte. Politiker, Gewerkschaftsbünde, Verkehrsexperten und nicht zuletzt die Nutzer selbst fordern seit Langem eine Nachfolge, um Fahrgäste von gestiegenen Energiekosten zu entlasten und Anreize zum Umstieg vom Auto zu geben. Doch auch kurz vor dem Ende des Sondertickets ist noch kein Nachfolger in Sicht. Das kritisierte Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende am Montag bei einer Pressekonferenz zum Energiesparplan der Stadt.

„Dass die Debatte um das 9-Euro-Ticket auf Bundesebene so zäh ist, finde ich sehr schade“, sagte Mende. „Ich wäre froh, wenn die Bundespolitik zu Potte käme.“ Er wünsche sich weiterhin eine Flatrate-Regelung. „Ein 365-Euro-Ticket für alle wäre natürlich ein großer Fortschritt, das 9-Euro-Ticket beizubehalten ideal“, so Mende. Welcher Mittelweg der beste sei, müsse die Bundespolitik jetzt entscheiden. „Da muss man sich endlich konsequenter dransetzen.“

Finanzierung weiterhin Problem

Zuletzt gab es mehrere Vorschläge, darunter ein 365-Euro-Jahresticket und Monatstickets für 29, 49 oder 69 Euro. Der große Knackpunkt bleibt aber weiterhin die Finanzierung. „Das würde 14 Milliarden Euro kosten“, sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) am Sonntag im „Bericht aus Berlin“ des ARD-Hauptstadtstudios. Das sei nicht tragbar.

Schon zuvor hatte er deutlich gemacht, dass es für eine Nachfolgelösung keine Mittel gebe. Er sei von einer „Gratismentalität á la bedingungsloses Grundeinkommen“ im öffentlichen Nahverkehr nicht überzeugt. So bleibt auch weiterhin unklar, ob es einen 9-Euro-Ticket-Nachfolger geben wird oder nicht.

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