Trinkwasserbrunnen – wird Wiesbaden das neue Gesetz umsetzen?

EU und Bundeskabinett fordern, dass Menschen im öffentlichen Raum Trinkwasser zur Verfügung stehen soll. In Wiesbaden jedoch wurden alle Trinkwasserbrunnen deaktiviert. Was plant die Stadt nun?

Trinkwasserbrunnen – wird Wiesbaden das neue Gesetz umsetzen?

„Allen Bürgerinnen und Bürgern soll im öffentlichen Raum Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser ermöglicht werden“ – diese Richtlinie der Europäischen Union (EU) will nun auch die Bundesregierung für die deutschen Städte durchsetzen. Dafür soll sogar das Wasserhaushaltgesetz geändert werden.

Ein wichtiger Bestandteil des geplanten Gesetzes sind Trinkwasserbrunnen an öffentlichen Orten, also etwa in Parks, Fußgängerzonen und in Einkaufspassagen – „sofern dies technisch machbar ist und dem lokalen Bedarf entspricht“, heißt es von Seiten der Bundesregierung. Grund sei die erwartbare Hitze, vor allem in Innenstädten. Auch sollen dadurch weniger Flaschen genutzt werden, was Ressourcen einspare.

Neue Trinkwasserbrunnen geplant

In der Wiesbadener Innenstadt gab es auch einmal Trinkwasserbrunnen. „Die wurden jedoch entfernt, da unter anderem aufgrund von ständigem Vandalismus und permanenter Verschmutzung der erforderliche hygienische einwandfreie Betrieb nicht gewährleistet werden konnte“, teilt Elisabeth Mock, Pressereferentin bei der Stadt Wiesbaden, auf Anfrage mit. Daher gebe es im Stadtgebiet derzeit keine aktiven Trinkwasserbrunnen außer den Thermalbrunnen. Drei Laufbrunnen in den Taunusrandgebieten werden von den Wasserversorgungsbetrieben (WLW) und der ESWE beziehungsweise von Hessenwasser betrieben.

Doch soll sich das in Zukunft ändern, so die Pläne. Ein öffentlicher Trinkbrunnen soll etwa in der Gerichtsstraße errichtet werden, wenn diese umgestaltet wird. „Des Weiteren ist eine Trinkwasserstelle in der Wellritzstraße anvisiert“, so Mock. Zudem sollen im Rahmen des Renovierungsprogramms zwei Trinkbrunnen in der Fußgängerzone installiert werden.

Abhängig seien die Pläne jedoch von verschiedenen Faktoren. So müsse etwa die Infrastruktur, also die Wasserleitungen, geprüft werden sowie die gesetzlichen Vorschriften, beispielsweise im Hinblick auf die Hygiene. Wie teuer die Brunnen dann werden, sei „sehr unterschiedlich“, abhängig von den Brunnenmodellen, der vorhandenen Technik und dem damit verbundenen Pflegeaufwand.

Eine Alternative ist momentan das Mainzer Projekt „Refill“: In Geschäften oder Einrichtungen, die den blauen Refill-Aufkleber angebracht haben, können Wiesbadener kostenfrei Leitungswasser bekommen, das in Trinkflaschen abgefüllt werden kann. 40 Stationen gibt es in Wiesbaden bereits.

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