Handwerkskammern wollen zwei neue Rheinbrücken

Mehrere Handwerkskammern fordern im Angesicht der Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke den Bau neuer Rheinbrücken. Gleichzeitig kritisieren sie die Informationspolitik der Städte Wiesbaden und Mainz zu den anstehenden Arbeiten.

Handwerkskammern wollen zwei neue Rheinbrücken

Die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern Wiesbaden und Rheinhessen fordern den Bau neuer Rheinbrücken. Vor dem Hintergrund der Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke (wir berichteten) komme die hiesige Infrastruktur an ihre Grenzen.

„Für die eng vernetzte Wirtschaft der beiden Landeshauptstädte sind schnelle Verbindungen über den Rhein essentiell“, heißt es in einer Mitteilung der IHK Wiesbaden. Außerdem bedürfe es für Betriebe unbürokratische und schnelle Ausnahmegenehmigungen, da die negativen Auswirkungen auf die Betriebe gravierend seien.

Ausnahmegenehmigungen für Handwerker, Pflegedienste oder andere Berufsgruppen erteilten die Städte Mainz und Wiesbaden eine Absage. Man befürchtet, dass nach und nach immer mehr Unternehmen eine Genehmigung wollen und beschränkt sich bei den Ausnahmen auf die sogenannte Helau-Spur.

IHK fordert zwei neue Brücken

Nach Ansicht der Handwerkskammer zeige die Brückensperrung einmal mehr, wie schnell die jetzige Infrastruktur an ihre Grenzen stößt. „Dem enorm gestiegenen Verkehrsaufkommen muss endlich durch eine zeitgemäße Infrastruktur entsprochen werden“, fordert die Handwerkskammer. Und das solle nicht, wie derzeit durch die Stadt geprüft, durch eine zusätzliche Brücke zwischen den bestehenden geschehen. Vielmehr seien gleich zwei neue Bauwerke notwendig.

Neben einer neuen Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden soll auch zwischen Rüdesheim und Bingen eine Straße über den Rhein führen. Das könne erheblich zur Belebung der Wirtschaftstätigkeit beitragen und auch der Umwelt zugute kommen. Immerhin könnten viele Autofahrer damit unnötige Umfahrungen vermeiden.

Kritik an Informationspolitik

Auf Unverständnis stößt bei der Handwerkskammer auch die Informationspolitik der beiden Landeshauptstädte bezüglich der Brückensperrung. Man habe erst aus den Medien davon erfahren. Gleiches gelte auch für die angekündigte Sanierung der Weisenauer Brücke. Das sei kritisch, da bei den Kammern Planungssicherheit oberste Priorität genieße. Daher müssten die Sanierungsarbeiten auch innerhalb der eingeplanten Frist von vier Wochen erledigt sein. Eine Verlängerung würde sich noch einmal negativ auf die Wirtschaft auswirken. (ms)

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