Das steckt hinter den „Nachbarschafts-Zetteln“ in den Wiesbadener Briefkästen

In vielen Wiesbadener Briefkästen tauchen derzeit Zettel auf, die dazu auffordern, sich online in einem Netzwerk zu registrieren. Als Absender sind echte Nachbarn aufgeführt.

Das steckt hinter den „Nachbarschafts-Zetteln“ in den Wiesbadener Briefkästen

„Ein Paket wurde für Sie abgegeben“ oder „Ihr Auto parkt schon wieder unsere Einfahrt zu“, sind typische Zettelbotschaften, die man von seinen Nachbarn im Briefkasten findet. Nachrichten ganz anderer Art finden viele Wiesbadener seit einigen Tagen vor der Haustür: Sie werden dazu aufgefordert, sich bei einer Online-Plattform anzumelden. Absender der Flyer sind tatsächlich Nachbarn aus den umliegenden Straße — aber sie haben die Zettel nicht selbst verteilt.

Am Donnerstag tauchten die Zettel in Biebrich auf. Doch Merkurist-Leser Manuel weiß, dass sie nicht nur dort verteilt wurden:

Zudem machten die Einladungen nicht zum ersten Mal die Runde. Bereits im Sommer 2016 landeten etliche von ihnen in den Wiesbadener Briefkästen. Die Berlinerin Ina Brunk, Gründerin des Start-ups nebenan.de erklärte damals gegenüber Merkurist, dass die Zettel Teil einer groß angelegten Werbeaktion sind. Demnach wolle das Team rund um die Internetplattform auf das Online-Angebot aufmerksam machen.

Werbung für Online-Netzwerk

Wer den Anweisungen auf den Zetteln folgt, landet in einer Online-Community, die Nachbarn nach Adressen sortiert in kleinen Gruppen verbinden soll. „Wir sind ein sechsköpfiges Gründerteam. Wir wohnen alle in Berlin, sind aber keine Berliner. Deshalb kannten wir alle die Situation, neu in einer Stadt zu sein und auch nach einem halben Jahr die unmittelbaren Nachbarn nicht zu kennen“, erklärte Brunk kurz nach der Gründung die Idee hinter dem Portal.

Dabei handele es sich auf den Flyern um echte, bereits registrierte, Nutzer, in deren Namen die Werbe-Einladungen verteilt werden. Sie haben den Einladungen zuvor über das Netzwerk zugestimmt. Ein spezieller Online-Registrierungscode auf dem Flyer soll dazu dienen, sicher zu stellen, dass sich jeder auch wirklich für eine Nachbarschaft registriert, in der er auch wohnt. Online können User dann mit Nachbarn chatten und sich in Foren austauschen — etwa um Verabredungen zu treffen, sich über lokale Geschäfte auszutauschen oder um Fahrgemeinschaften zu bilden. (nl/lp)

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