Immer weniger Asylsuchende kommen nach Hessen

Nur etwa 10.500 im Jahr 2017

Immer weniger Asylsuchende kommen nach Hessen

Die Zahl der Asylsuchenden in Hessen ist im Jahr 2018 weiter zurück gegangen. Wie aus aktuellen Zahlen des Landes hervorgeht, kamen im vergangenen Jahr nur noch etwa 10.500 Flüchtlinge nach Hessen.

Schon 2017 war die Zahl der Schutzsuchenden mit 12.000 vergleichsweise niedrig gewesen. Während des großen Flüchtlingsstroms im Jahr 2015 kamen noch 75.000 Menschen nach Hessen, 2016 waren es 20.500. Als Grund für den starken Rückgang nennt das hessische Sozialministerium die Schließung der sogenannten „Balkanroute“ im Jahr 2016.

Durch die sinkenden Flüchtlingszahlen baut Hessen auch immer mehr Erstunterkünfte im Land ab. Während Standorte wie etwa in Gießen, Darmstadt oder Bad Arolsen vollständig aufgegeben werden, bleiben andere als passive Aufnahmeeinrichtung erhalten. Diese stehen zwar momentan leer, können aber bei einem möglichen Anstieg der Flüchtlingszahlen schnell reaktiviert werden. Zur Zeit befinden sich in Hessen etwa 1500 Menschen in insgesamt fünf Erstaufnahmeeinrichtungen.

Auch in Wiesbaden starker Rückgang

Auch in Wiesbaden spürt man den Rückgang an Geflüchteten. Wie eine Mitarbeiterin des Sozialdezernates erklärt, seien die städtischen Gemeinschaftsunterkünfte Ende Oktober nur zu rund 62 Prozent ausgelastet gewesen. Eine Zusammenlegung von Unterkünften, etwa um einige Unterkünfte komplett frei werden zu lassen, sei aber nicht geplant.

Ende Oktober stand nur eine Gemeinschaftsunterkunft in Wiesbaden leer. Dort sei Raum für 14 Personen vorhanden gewesen. Zwei Gemeinschaftsunterkünfte wurden bisher geschlossen. Diese könnten nun anderweitig genutzt werden, etwa um Wohnungslose unterzubringen (wir berichteten).

Wie die weitere Nutzung der Standorte in Hessen aussehe, könne man noch nicht sagen, erklärt Sozialminister Stefan Grüttner gegenüber hessenschau.de. Durch die aber weiterhin angespannte weltpolitische Lage müsse man jedoch immer wieder mit neuen Flüchtlingen auch in Hessen rechnen. Laut Grüttner stehe das Land Hessen gegenüber den Kommunen in der Pflicht, ausreichend Plätze für Aslybewerber bereit zu halten. So würden die Kommunen die nötige Vorlaufzeit und hierdurch ein Mindestmaß an Planungssicherheit erhalten, um sich auf die notwendige Unterbringung von zugewiesenen Flüchtlingen vorzubereiten. (lp)

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