Über einer Wiesbadener Drogerie soll eine Kita gebaut werden

Um der zunehmenden Raumnot in Wiesbaden gerecht zu werden, planen immer mehr Supermärkte Wohnungen über ihren Geschäften zu bauen. Ein Aldi in Dotzheim plant jetzt sogar, eine Kita über einem Markt zu errichten.

Über einer Wiesbadener Drogerie soll eine Kita gebaut werden

Die Stadt Wiesbaden wächst. Schon 2026 könnte die hessische Landeshauptstadt über 300.000 Einwohner zählen. Mit dem Bevölkerungszuwachs werden auch die Wohnungen knapp. Um Platz für neuen Wohnraum zu schaffen, entwickeln die Stadt und Unternehmen kreative Ideen. So wurde im Dezember über einer Lidl-Filiale ein Studentenwohnheim gebaut, auf anderen Supermärkten sind ähnliche Projekte geplant. So auch in Dotzheim, wo auf einem neuen Drogeriemarkt ein Kindergarten gebaut werden soll.

Herbst ist Baubeginn

Konkret geht es um die Aldi-Filiale in der Flachstraße. Direkt neben dem Discounter befindet sich momentan noch ein größtenteils leerstehendes Gebäude. Außer eines Fahrradgeschäfts, ist dort nicht viel zu sehen. „Aldi Süd“ hat die Fläche gekauft und plant, das Gebäude abzureißen. Dort soll auf 702 Quadratmetern ein vierstöckiges Büro- und Einkaufsgebäude entstehen, wie ein Sprecher des Konzerns mitteilt. Auf dem Dach der Filiale wird dann Platz für eine neue Kita geschaffen.

Aldi selbst will zwar nicht in das Gebäude einziehen, dafür soll dort aber ein neuer Drogeriemarkt entstehen, so der Sprecher. Um welchen Markt es sich dabei handele, könne er noch nicht sagen. Auch soll das Fahrradgeschäft dort wieder einziehen. Wann der Abriss beginnt, hänge laut Aldi vom noch laufenden Baugenehmigungsverfahren ab: „Aktuell gehen wir davon aus, im Spätsommer oder Herbst mit den Bauarbeiten beginnen zu können.“ Ein ähnliches Projekt hat Aldi schon in Stuttgart errichtet. Dort befindet sich die Kita direkt auf dem Aldi-Dach.

Känguru-Kita

Betrieben werden soll die Kita von „Känguru Kindertagesstätten Wiesbaden“, die schon mehrere Kitas im Stadtgebiet betreuen. Über die Stadt Wiesbaden sei ihnen der ungewöhnliche Kita-Platz auf dem Supermarkt vermittelt worden, erzählt Geschäftsführerin Sandra Schmitz. „Geplant sind 40 Plätze für Kinder von 3-6 Jahre und 10 Plätze für Kinder von 2 Monaten – 3 Jahre“, erklärt Schmitz. Diese Kitaplätze werden vollständig neu geschaffen, es wird also keine Betreuungsstätte an anderer Stelle aufgegeben. Wann die ersten Kinder über dem Supermarkt spielen können wisse sie zwar auch noch nicht genau, hofft aber auf eine Fertigstellung im Jahr 2020. (ms)

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