Nach Großbrand bei Bad Schwalbach: „Außergewöhnliche Herausforderungen“

Nach zwei Tagen war der Großeinsatz beendet: Die Feuerwehr löschte einen Waldbrand bei Bad Schwalbach. Rund 1100 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen, vier von ihnen wurden verletzt.

Nach Großbrand bei Bad Schwalbach: „Außergewöhnliche Herausforderungen“

Nach einem zweitägigen Großeinsatz konnte der Waldbrand zwischen Bad Schwalbach-Hettenhain und Taunusstein-Seitzenhahn am Donnerstagabend um 21 Uhr erfolgreich gelöscht werden. Das berichten Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst des Rheingau-Taunus-Kreises.

Der Brand war am Mittwoch gegen 13:20 Uhr gemeldet worden. Da sich das Feuer tief im Wald ausgebreitet hatte, dauerte es rund 30 Minuten, bis die ersten Einsatzkräfte den Brandherd erreichten. Zu diesem Zeitpunkt stand ein Fichtenbestand bereits bis in die Baumkronen in Flammen.

Starker Wind und unwegsames Gelände

Die Löscharbeiten gestalteten sich laut der Einsatzkräfte äußerst schwierig, vor allem wegen starkem und wechselndem Wind, der anhaltenden Trockenheit, einer steilen Hanglage sowie großer Mengen Totholz. Immer wieder fachten Glutnester das Feuer an, Funkenflug führte zu neuen Brandstellen. Insgesamt waren rund 25.000 Quadratmeter Waldfläche betroffen.

Zusätzlich brach am Mittwochabend ein weiterer Waldbrand bei Bad Schwalbach-Fischbach aus, der etwa 100 Einsatzkräfte band und noch in der Nacht gelöscht wurde. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung zu Beginn des Einsatzes vorsorglich über Warn-Apps informiert. Eine Gefahr für Anwohner oder Siedlungsgebiete bestand laut den Behörden jedoch zu keinem Zeitpunkt.

Der Einsatzleiter Michael Lecke von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schwalbach sprach von „außergewöhnlichen Herausforderungen“. Er betonte: „Dass eine weitere Ausbreitung verhindert werden konnte, ist der hervorragenden Zusammenarbeit aller beteiligten Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Behörden, Hessen-Forst und dem Team des Brand- und Katastrophenschutz des Rheingau-Taunus-Kreises zu verdanken.“

Vier Einsatzkräfte leicht verletzt

Über den gesamten Zeitraum waren rund 1100 Kräfte von Feuerwehren aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, Wiesbaden und dem Main-Taunus-Kreis sowie vom Technischen Hilfswerk, Hessen-Forst, DRK und weiteren Organisationen im Einsatz. Während der Nacht konnten die Helfer aus Sicherheitsgründen nur die Ränder des Brandes sichern. Nach Sonnenaufgang fällten Mitarbeiter von Hessen-Forst einsturzgefährdete Bäume, damit Glutnester gezielt bekämpft werden konnten. Drohnen halfen dabei, versteckte Brandherde aus der Luft zu erkennen.

Bei dem Einsatz wurden vier Einsatzkräfte leicht verletzt. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten werden sich noch hinziehen, da im Waldgebiet weiterhin Glutnester vorhanden sind und Bäume umstürzen könnten.

Die Feuerwehr bittet die Bevölkerung eindringlich, das betroffene Waldgebiet weiterhin zu meiden, Absperrungen zu beachten und die Zufahrtswege für Einsatzfahrzeuge freizuhalten.