Großbrände in Hofheim: Experten gehen von mehrfacher Brandstiftung aus

Bürger sollen „merkwürdiges Verhalten“ melden

Großbrände in Hofheim: Experten gehen von mehrfacher Brandstiftung aus

Nach den Großbränden in den vergangenen Wochen in Hofheim gibt es verschiedene Theorien, wie die einzelnen Feuer ausgebrochen sein könnten. So schätzt Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) die Situation als bedrohlich ein. Er glaubt, dass die Feuer nicht nur auf Fahrlässigkeit, wie zum Beispiel weggeworfene Zigarettenkippen oder Grillen im Wald, zurückgehen. „Wir vermuten, dass wir es mehrfach mit Brandstiftung zu tun hatten.“ Der Leiter der Regionalen Kriminalinspektion, Giovanni Filpi, teilt nun diese Einschätzung. „Wir gehen davon aus, dass es auch Brände gab, die vorsätzlich gelegt wurden.“ Deshalb ruft er die Hofheimer dazu auf, „merkwürdiges Verhalten“ zu melden.

Feuerwehr 1700 Stunden im Einsatz

Nach Angaben von Stadtbrandinspektor Dr. Andreas Schrell mussten die Hofheimer Feuerwehren im Juli und August 85 Mal ausrücken. Unter den Einsätzen waren 37 Brände, davon acht Großbrände. Die Zahl der Vegetationsbrände – also Feuer im Wald oder auf dem Feld – hat sich verzehnfacht: von zwei im vergangenen Sommer auf 20 in diesem Sommer. „Für die Ehrenamtlichen ist das extrem belastend. Rund 1700 Einsatzstunden sind seit dem 1. Juli zusammengekommen. Das ist kaum zu schaffen.“

Stadtrat Exner lobt deswegen die „herausragende Leistung“ der Feuerwehrleute, „die viele Stunden ihrer Freizeit geopfert haben, um das, was offensichtlich mit hoher krimineller Energie angerichtet wurde, zu löschen und damit die Sicherheit der Menschen in Hofheim zu gewährleisten.“ Laut Exner gefährdet der mutmaßliche Brandstifter das Leben der Einsatzkräfte und das Leben der Hofheimer. „Bislang sind wir relativ glimpflich davongekommen. Das verdanken wir nur der Arbeit der Feuerwehren. Das ist eine Riesenleistung, die die Feuerwehren hier für uns alle erbringen. Dafür gebührt ihnen ein riesiger Dank.“

Wer Hinweise hat, die auf den Brandstifter hindeuten könnten, kann sich unter der Telefonnummer (06192) 2079-0 an die Polizeidirektion Main-Taunus wenden. Bei akuter Gefahr gilt natürlich weiterhin die 110 oder 112.

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