Geldautomatensprengungen, Brandstiftung, Drogenhandel: Großangelegte Razzia

Sieben Personen wurden festgenommen.

Geldautomatensprengungen, Brandstiftung, Drogenhandel: Großangelegte Razzia

Gegen eine Truppe von Personen, die mutmaßlich für Geldautomatensprengungen und Drogenhandel verantwortlich sind, gab es am Dienstag eine Reihe von Durchsuchungen im Rhein-Main-Gebiet. Sieben Menschen wurden festgenommen.

Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) und des Zollfahndungsamts Frankfurt (ZFA) hervor. Gegen die betroffenen Personen bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, des versuchten schweren Bandendiebstahls, der schweren Brandstiftung und des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.

Zudem konnten Mobiltelefone und Laptops, diverse Unterlagen, Betäubungsmittel (Haschisch), eine Geldzählmaschine, ein nicht zugelassener Böller sowie 15 Stangen unversteuerte Zigaretten sichergestellt werden.

Die sieben festgenommenen Personen zwischen 22 und 33 Jahren sollen Angehörige einer Tätergruppierung aus dem Rhein-Main-Gebiet sein. Drei wird vorgeworfen, an den versuchten Sprengungen von Geldautomaten in Obertshausen und Offenbach am Main am 5. Januar 2021 sowie in Lauterbach am 25.Februar 2021 beteiligt gewesen zu sein. Dabei seien auch Zufahrtsstraßen blockiert wurden, etwa indem ein Pkw angezündet wurde. Einige Mitglieder der Gruppe seien bereits zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Einige der Beschuldigten haben zudem mit Betäubungsmitteln – insbesondere Kokain, Heroin, Amphetamin, Haschisch und Marihuana – gehandelt, so der Vorwurf. Innerhalb eines Jahres sollen sie mehrere hundert Kilogramm Betäubungsmittel umgesetzt haben.

Zwei der festgenommenen Personen sollen zudem in der Nacht auf den 2. Januar 2020 einen Brandanschlag auf den Gewerbebetrieb der Familie eines ehemaligen Gruppenmitglieds im Main-Taunus-Kreis verübt haben. Dabei habe einer von ihnen einen zuvor präparierten Molotov-Cocktail durch die Scheibe im Erdgeschoss geworfen, wodurch Inventar und Mobiliar in Brand gerieten. Es entstand ein Schaden von ca. 50.000 Euro.

An den Maßnahmen waren rund 140 Beamte des HLKA, des ZFA, des Polizeipräsidiums Südosthessen, der Bereitschaftspolizei sowie Spezialeinsatzkräfte beteiligt. Laut dem Hessischen Kriminalamt wurden allein im vergangenen Jahr 56 Geldautomatensprengungen statistisch erfasst, 2020 wurden 30 Fälle festgestellt. Insgesamt war ein Sachschaden von etwa 2,6 Millionen Euro entstanden. Aktuell kam es in Hessen bislang zu 38 Sprengungen von Geldautomaten.

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