Nach Aktion mit pinken Schildern: Werden bald mehr Straßen nach Frauen benannt?

Der Kulturbeirat diskutierte kürzlich über die Aktion „Femorial“, bei der pinke Straßenschilder mit Frauennamen in der Stadt angebracht wurden. Jetzt will sich der Beirat dafür einsetzen, dass tatsächlich mehr Straßen nach Frauen benannt werden.

Nach Aktion mit pinken Schildern: Werden bald mehr Straßen nach Frauen benannt?

Seit vergangenem Herbst hängen unter einigen Straßenschildern in der Innenstadt pinke Schilder. Auf ihnen stehen neue Straßennamen – allesamt nach Frauen benannt. Diese vom Frauenmuseum und dem Inhaber des Lokals „Perfect day“ organisierte Aktion mit dem Namen „Femorial“ soll darauf hinweisen, wie wenige Straßen und Plätze in der Stadt Frauen gewidmet wurden (wir berichteten). Wie sich in der Sitzung des Kulturbeirats am Dienstag zeigte, hat die Initiative etwas bewirkt.

In der Diskussion wurde deutlich, dass der Beirat den Wunsch unterstützt, bekannte Frauen in der Stadt sichtbarer zu machen. Eine erste Forderung des Kulturbeirats: Bis 2025 sollen insgesamt 60 zusätzliche Straßen und Plätze nach Frauen benannt werden. „Vom Kulturbeirat gibt es volle Unterstützung für dieses Projekt“, so Ernst Szebedits, Vorsitzender des Beirats. „Sollten sich im Laufe des Projekts weitere konkrete Vorhaben abzeichnen, besprechen wir sie gerne wieder im Gremium.“

Bereits 1984 hat das Frauenmuseum in seiner allerersten Ausstellung darauf aufmerksam gemacht, dass es notwendig sei, Straßen verstärkt nach Frauen zu benennen. „Getan hat sich in 38 Jahren nicht viel.“ In anderen Städten gebe es längst Beschlüsse, die das Verhältnis von Frauen- und Männer-Straßennnamen regulieren und ausbalancieren. „Eine künstlerische und nachfolgend reale Benennung von Straßen und Plätzen ist mehr als sinnvoll – als Beendigung fortgesetzter Diskriminierung aus der Vergangenheit, als Appell an die Gegenwart und als Versprechen für kommende Generationen“, so das Team des Museums.

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