Ramadan und Corona: Alles anders für Wiesbadener Muslime

Am 24. April beginnt für Wiesbadener Muslime die Fastenzeit. Doch durch die Beschränkungen der Coronakrise ist in diesem Jahr vieles anders, gemeinsame Gebete und das Fastenbrechen müssen ausfallen.

Ramadan und Corona: Alles anders für Wiesbadener Muslime

An diesem Freitag beginnt für Millionen Muslime der Fastenmonat Ramadan. Alle Gläubigen sind in dieser Zeit angehalten, tagsüber keine Nahrung oder Getränke zu sich zunehmen. In den Abendstunden wird dann bei einem gemeinsamen Gebet und Essen das Fastenbrechen zelebriert.

Doch diese Zusammenkünfte, bei denen häufig Freunde und Familie besucht werden, sind während der Corona-Pandemie nicht möglich. Durch die angeordneten Kontaktsperren sind Besuche nicht erlaubt, dazu sind die Moscheen wie auch andere religiöse Gebäude geschlossen. Keine leichte Zeit für viele Muslime, erzählt Nasim Kashif, Sprecher der Ahmadiyya Gemeinde Wiesbaden: „Die Anordnungen der Regierung nehmen wir sehr ernst. Wir haben unsere Gemeindemitglieder gebeten, das Fastenbrechen und die gemeinsamen Gebete zu Hause durchzuführen.“

Da die Moschee in der Sommerstraße aktuell geschlossen ist, versucht die Gemeinde über andere Wege ihre Mitglieder zu erreichen. „Wir haben regelmäßige Telefonkonferenzen mit unseren Gruppen vor Ort. Dazu informieren wir regelmäßig über soziale Medien“, so Kashif. Bei den Gesprächen ging es auch regelmäßig um die Einhaltung der Maßnahmen, während Corona.

Austausch mit der Stadt

Dass die Maßnahmen von den Gemeinden eingehalten werden, liegt auch im Interesse der Stadt Wiesbaden. Dazu führten Stadt Integrationsdezernent Christoph Manjura, die Leiterin des Amtes für Zuwanderung und Integration, Jeanine Rudolph, der Leiter der Stadtpolizei, Peter Erkel sowie Wojciech Trojan aus dem Rechtsamt der Stadt am Dienstag ein Gespräch mit den muslimischen Gemeinden der Stadt. Wie ein Sprecher der Stadt mitteilt, seien diese Gespräche in einer sehr kooperativen Atmosphäre verlaufen: „Es hat sich gezeigt, dass die Gemeinden sich bereits intensiv mit den geltenden Verordnungen auseinandergesetzt haben.“

Man habe aber bei allen Gemeinden ein großes Bedauern bemerkt, dass die gemeinschaftlichen Aspekte des Fastenmonats – sei es das Gebet oder das Essen nach Sonnenuntergang – nicht in gewohnter Form stattfinden können. Gleichzeitig sei aber „auch eine große Akzeptanz für die Notwendigkeit zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu spüren“, so der Sprecher.

Spenden fehlen

Durch die fehlenden Zusammenkünfte haben viele Moscheen aktuell noch ein ganz anderes Problem. Da Gläubige bei Besuchen Spenden da lassen, fehlen diese bei manchen Gemeinden aktuell. Für die Ahmadiyya Gemeinde sei dies kein Problem, da sie größtenteils auf Spenden per Überweisung auf freiwilliger Basis setzen. Diese kommen dann etwa sozialen Projekten der Gemeinde zugute, welche auch während Corona und der Fastenzeit dazu gehören, so Kashif: „Wir organisieren regelmäßig Speisungen für Obdachlose und unsere Frauengruppe hat Atemschutzmasken genäht.“ Denn beim Ramadan gehe es nicht nur um das Fasten, erklärt Kashif. Dieser sei eine spirituelle Reise, bei der auch die Unterstützung von Schwächeren wichtig sei. (ms)

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