Farbbeutelangriff auf AfD-Versammlungsstätte

Das Restaurant "Im Ländchen" in Erbenheim, wo die AfD regelmäßig Themenabende abhält, wurde von Unbekannten mit Farbbeuteln beworfen. Laut der Wiesbadener AfD häufen sich Schmähungen, Sachbeschädigungen und Einschüchterungsversuche gegen die Partei.

Farbbeutelangriff auf AfD-Versammlungsstätte

Unbekannte Täter haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Gaststätte in Erbenheim mit Farbe beschmiert und einen Sachschaden in Höhe von mehreren tausend Euro verursacht. Das berichtet die Polizei. Ein Zusammenhang mit der Partei Alternative für Deutschland (AfD), die dort regelmäßige Themenabende veranstaltet, wird angenommen.

Die Wiesbadener AfD sieht eine Grenze überschritten: In der Vergangenheit haben Unbekannte mehrfach ihren Treffpunkt, die Gaststätte "Im Ländchen" in Erbenheim mit Farbbeuteln, Beleidigungen und anderen Graffitis beschmiert. Vor den Kommunalwahlen beklagte die Partei den Diebstahl von Wahlplakaten und Angriffe auf ihre Internetpräsenz.

Mehrere Graffitis gegen die AfD

Die Partei hatte gehofft, dass die Angriffe gegen sie nach den Wahlen aufhören würden. Durch Verschweigen der Vorfälle sollten Trittbrettfahrer und Sympathisanten der Täter von weiteren Taten abgehalten werden. Die Attacken hätten aber auch nach der Wahl kein Ende gefunden, sondern weiter zugenommen, sagte die Partei. Demnach fanden bereits Anfang April acht AfD-Stadtverordnete Graffitis vor ihren Haustüren.

Erfassungsstelle von Straftaten gegen AfD-Mitglieder

Um die Vorfälle zu dokumentieren, hat AfD-Bundesvorstand Armin-Paul Hampel eine bundesweite Erfassungsstelle zur Dokumentation von Straftaten und Diskriminierung gegen die AfD gegründet. Die Wiesbadener Partei meldete die Straftaten der "Zentralen Erfassungsstelle Salzgitter" (ZESS) genannten Stelle.

Blog bekennt sich zur Farbbeutelattacke

Der Blog "linksunten.indymedia.org", dessen Server sich im Ausland befinden, veröffentlichte am Sonntag ein "Bekennerschreiben" zu den Farbbeutelwürfen. "Wir werden die AfD bekämpfen wo immer sie, unter ihrem bürgerlichen Deckmantel, rechte Hetze betreibt und damit rechte Pogrome fördert und fordert", heißt es dort. Gleichzeitig fordere man die namentlich genannte Wirtin - die laut Angaben der AfD kein Parteimitglied ist - dazu auf, der Partei keine Räumlichkeiten mehr zur Verfügung zu stellen. Die Wiesbadener Polizei ermittelt nun und bittet Zeugen und Hinweisgeber, sich bei ihr zu melden.

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