Kinderwunschbehandlung: Förderung jetzt auch für gleichgeschlechtliche Paare

Das Land Hessen erweitert und verlängert die Fördermaßnahmen

Kinderwunschbehandlung: Förderung jetzt auch für gleichgeschlechtliche Paare

Die Landesregierung Hessen weitet den Kreis möglicher Förderungsempfänger für eine Kinderwunschbehandlung aus. Gleichgeschlechtliche weibliche Paare und Paare mit einem transgeschlechtlichen Teil können nun ebenfalls gefördert werden. Darüber hinaus verlängert es die Förderung. Das meldet das hessische Ministerium für Soziales und Integration.

Bislang wurden seit Beginn der Fördermaßnahme im August 2018 verschiedengeschlechtliche Paare durch Land und Bund beim vierten Versuch einer Behandlung unterstützt. Mit der neuen, zum Jahresende in Kraft tretenden Richtlinie greift die Landesförderung jetzt erstmals auch für gleichgeschlechtliche weibliche Paare, die krankheitsbedingt kinderlos sind. Außerdem berücksichtigt Hessen als erstes Bundesland ausdrücklich Paare, bei denen ein Partner transgeschlechtlich ist.

Fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren sei ungewollt kinderlos, so das Ministerium. Krankenkassen übernehmen nur einen Teil der Kosten für die ersten drei Versuche. „Ungewollte Kinderlosigkeit kann psychisch, aber auch physisch eine große Belastung sein. Mit unserer Förderrichtlinie mildern wir zumindest die finanzielle Belastung“, so Sozial- und Integrationsminister Klose.

Seit 2018 wurden bereits über 800 Förderbewilligungen ausgesprochen. Gemeinsam mit dem Bund werden Behandlungskosten bis maximal 3300 Euro übernommen, was allerdings im Falle der neuen Förderrichtlinie dem Ministerium zufolge nur für verschiedengeschlechtliche Paare gelte. Da der Bund bislang nur verschiedengeschlechtliche Paare fördert, sei für gleichgeschlechtliche Paare eine Landesförderung in Höhe von maximal 2200 Euro möglich.

Die Förderung kann beim Regierungspräsidium Gießen beantragt werden – Antragsformulare und weitere Informationen sind auf der Internetseite abrufbar.

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