Wiesbaden: ESWE Verkehr zieht positive Bilanz bei Kamera-Einsatz

Seit anderthalb Jahren setzt ESWE Verkehr in Wiesbaden auf Kameras in Bussen, um Falschparker zu dokumentieren. Das Unternehmen zieht eine positive Bilanz – für Verkehrssünder kann es teuer werden.

Wiesbaden: ESWE Verkehr zieht positive Bilanz bei Kamera-Einsatz

Seit September 2024 setzt ESWE Verkehr in 14 Linienbussen digitale Frontkameras ein, um Parkverstöße auf Bus- und Umweltspuren zu erfassen. Wie das Wiesbadener Verkehrsunternehmen nun mitteilt, hat sich das System nach anderthalb Jahren bewährt. Die Kameras helfen dabei, die Busspuren frei zu halten und den Fahrplan besser einzuhalten.

Fahrzeuge, die unberechtigt auf Busspuren oder in Haltestellenbereichen parken, stellen für den öffentlichen Nahverkehr ein erhebliches Hindernis dar. „Unsere Busse müssen teilweise Busspuren verlassen und in den fließenden Individualverkehr einfädeln, was nicht nur gefährliche Situationen provozieren kann, sondern Zeit kostet“, erklärt Marion Hebding, Geschäftsführerin von ESWE Verkehr.

Vom Foto zum Bußgeldbescheid

Bemerkt das Fahrpersonal ein Fahrzeug, das die Weiterfahrt behindert, kann es die Kamera per Knopfdruck manuell auslösen. Das System erstellt dann ein Foto, das den Verstoß rechtssicher mit Kennzeichen, Uhrzeit und genauem Standort dokumentiert. Wichtig dabei: Es werden ausschließlich stehende Fahrzeuge erfasst, eine Videoaufzeichnung des fließenden Verkehrs findet nicht statt.

Die Auswertung der Bilder ist aufwendig. Nach Rückkehr der Busse müssen Mitarbeiter von ESWE Verkehr jedes Ereignis einzeln prüfen und Unbeteiligte aus Datenschutzgründen unkenntlich machen. Monatlich entstehen so tausende Fotos. Die relevanten Fälle, im Schnitt knapp 200 pro Monat, leitet das Unternehmen an die städtische Verkehrsbehörde weiter. ESWE Verkehr tritt dabei nur als Zeugin auf, über ein Bußgeld entscheidet die Behörde.

Hotspots in der Innenstadt

Ein Verstoß auf der Busspur kostet in der Regel 70 Euro. Handelt es sich um eine kombinierte Umweltspur, kommt zusätzlich ein Punkt in Flensburg hinzu. Die meisten Verstöße werden in der Wiesbadener Innenstadt dokumentiert, insbesondere auf dem Kaiser-Friedrich-Ring, in der Bahnhofstraße und der Wilhelmstraße.

Das Projekt kommt gut an: Mehr als 90 Prozent des Fahrpersonals bewerten den Einsatz der Kameras als erfolgreich. „Frontkameras haben sich als geeignetes Mittel etabliert, um gegen auf der Busspur stehende Fahrzeuge vorzugehen“, so Geschäftsführerin Hebding. Aufgrund der positiven Erfahrungen in Wiesbaden, das als Vorreiter gilt, zeigen auch andere Verkehrsunternehmen in Deutschland Interesse an der Technik. In Frankfurt läuft bereits ein ähnlicher Test.