Wegen Corona: Alkohol-Verkaufsverbot in Wiesbaden

Alkohol-Verkaufsverbot und Maskenpflicht an Bushaltestellen

Wegen Corona: Alkohol-Verkaufsverbot in Wiesbaden

Die Stadt Wiesbaden hat am Mittwoch weitere Corona-Maßnahmen erlassen. Wie Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) bei einer Pressekonferenz erklärte, darf zwischen 0 Uhr und 6 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden. Außerdem wird die Maskenpflicht auf Bushaltestellen ausgeweitet. Die Neuerungen gelten ab Freitag, den 28. August.

Wie der Oberbürgermeister erklärte, sei ein Zusammenhang zwischen Infektionsgeschehen und alkoholbedingtem Verhalten zu beobachten. Daher wurde ein nächtliches Alkohol-Verkaufsverbot verhängt, das sowohl für Kioske und andere Verkaufsstellen als auch die Gastronomie gilt.

Die Maskenpflicht, die bisher nur in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt, besteht nun auch für das Warten an Bushaltestellen. Weitere Maßnahmen, wie etwa ein generelles Alkoholverbot oder eine Sperrstunde für die Gastronomie, behalte man sich vor, so Bürgermeister Oliver Franz (CDU). Diesen Schritt wollte man zunächst noch nicht gehen, könnte man aber bei einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen einführen. Sollten sich Trinkgelage in öffentlichen Anlagen verlagern, sei auch ein lokales Alkohol- oder Betretungsverbot denkbar, so Franz. In spätestens zwei Wochen könne man dann abschätzen, ob die Maßnahmen erfolgreich waren, oder weitere folgen werden.

Eigenverantwortung gefordert

Darüber hinaus appellierte Mende an die Eigenverantwortung der Wiesbadener. „Alle Maßnahmen verpuffen, wenn niemand Eigenverantwortung übernimmt“, so Mende. „Das gilt besonders im Bereich des Privaten“, sagte er im Hinblick auf Infektionen auf privaten Veranstaltungen wie jüngst einer Hochzeit. Den Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus in Wiesbaden, aber auch in Hessen allgemein, nannte Mende „bemerkenswert.“ Daher sollten die Wiesbadener auch weiterhin auf die grundlegenden Hygieneregeln und das Tragen einer Alltagsmaske achten.

Mende kündigte an, dass die Kontrollen zur Einhaltung der Maßnahmen auch weiterhin aufrecht erhalten werden. Aber: „Man wird nie Kontrolldichte so hochfahren können, dass Menschen nicht gegen Regeln verstoßen können“, weshalb Mende abermals an die Eigenverantwortung der Bürger appellierte. Sollten sich Gaststätten wiederholt nicht an die verhängten Maßnahmen halten und bei Kontrollen negativ auffallen, sei eine Entzug der Schankerlaubnis denkbar, so Franz.

Auf der Pressekonferenz kritisierten Mende und Franz außerdem die Handhabung bezüglich der Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Wie Franz vorschlug, müsste bei allen Rückkehrern eine Quarantäne auferlegt werden. Das Problem an der jetzigen Form sei die Tatsache, dass ein negativer Test bei Ab- und Anreise die Inkubationszeit nicht berücksichtigen würden. Auch die Form, ein negatives Testergebnis per SMS mitzuteilen, stieß bei beiden auf Kritik. (nl)

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