Vergewaltigung einer 11-Jährigen: Bekannter von Ali B. vor Gericht

Mansoor Q. wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Aufgrund des Alters der Beteiligten findet der Prozess gegen ihn unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Auch Ali B. soll bei mindestens einer Tat dabei gewesen sein.

Vergewaltigung einer 11-Jährigen: Bekannter von Ali B. vor Gericht

Am Dienstag begann vor der Jugendstrafkammer des Wiesbadener Landgerichts der Prozess gegen den afghanischen Jugendlichen Mansoor Q. Dem zum Tatzeitpunkt wohl 13-jährigen Afghanen wird die mehrfache Vergewaltigung einer 11-Jährigen vorgeworfen. Auch Ali B., der unter anderem wegen des Mordes an der 14-jährigen Susanna F. aus Mainz vor Gericht steht, soll bei mindestens einer Vergewaltigung dabei gewesen sein und das Mädchen ebenfalls vergewaltigt haben.

Noch vor dem Verlesen der Anklageschrift wurde jedoch entschieden, dass der weitere Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt wird. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch die Verteidiger Q’s waren sich darin einig, dass der Angeklagte, aber auch das 11-jährige Opfer, aufgrund ihres Alters unter einem besonderen Schutz stehen.

Richterin Annette Honnef begründete die Entscheidung des Gerichts damit, dass im Laufe des Prozesses detaillierte Umstände aus den persönlichen Lebensbereichen des mutmaßlichen Täters und seines Opfers erläutert würden, insbesondere auch die Sexualsphäre. Um die Entwicklung der Minderjährigen nicht negativ zu beeinträchtigen und Stigmatisierungen — auch der Familien — zu vermeiden, wird auf die Anwesenheit von Zuschauern und Pressevertretern verzichtet.

Mehrfache schwere Vergewaltigung einer Minderjährigen

Q., ein Freund von Ali B., könnte dabei gewesen sein, als B. die 14-jährige Susanna vergewaltigt und ermordet hat. Zumindest für das Vergraben der Leiche kommt Q. als Mittäter infrage. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass mindestens eine weitere Person dabei geholfen haben muss, Susannas Leiche in ein dafür ausgehobenes Erdloch zu verfrachten.

Während eine Mittäterschaft im Fall Susanna noch Spekulation ist, soll Mansoor Q. jedoch an mehreren anderen Straftaten beteiligt gewesen sein, teilweise auch gemeinsam mit Ali B. So soll Q. im Mai 2018 ein 11-jähriges Mädchen auf einem Supermarkt-Gelände in Erbenheim in eine angrenzende Grünfläche gezogen und dort gegen ihren Willen im Intimbereich berührt haben. Als diese zu Schreien anfing, klaute Q. die Bluse seines Opfers und flüchtete.

Wenig später trat Ali B. in Erscheinung, gab ihr die Bluse zurück und vergewaltigte das Mädchen. Laut Staatsanwaltschaft soll Q. zu diesem Zeitpunkt wieder am Tatort gewesen sein. Im Anschluss verging auch er sich an dem Mädchen. Ali B. befand sich in Sichtweite des Geschehens. Gut möglich also, dass die beiden abwechselnd die Szenerie bewachten. Beiden werden Vergewaltigung in Tateinheit mit schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern zur Last gelegt.

Wie alt Mansoor Q. genau ist, scheint nicht genau bekannt zu sein. Er soll laut Staatsanwaltschaft „mindestens 14 Jahre alt“ sein. Sicher ist sich die Staatsanwaltschaft aber darin, dass Q. am 20. oder am 27. Mai 2018 abermals das 11-jährige Mädchen vergewaltigt haben soll. Dieses Mal habe der Bruder von Ali B. das Mädchen in ein Waldstück bei Medenbach gelockt. Er gab an, den sexuellen Übergriff seines Bruders „regeln“ zu wollen. Als Gegenleistung verlangte er vor Ort Geschlechtsverkehr. Als sich das Mädchen weigerte, würgte er sie und drohte, sie umzubringen.

Gleichzeitig kam Q. hinzu, der dem Mädchen ihr Handy und ihre Ohrringe abnahm. Während der Bruder von Ali B. die 11-Jährige vergewaltigte, hielt Q. ihr den Mund zu. Im Anschluss hielt B. das Mädchen fest und Mansoor Q. verging sich an ihr. Dem Mädchen und ihrer Schwester drohte Q. Wenn sie jemandem von seinen Taten erzählen, oder im Fall der getöteten Susanna etwas sagen, seien sie „genauso tot wie dieses Mädchen“. Wegen dieser Vorfälle erhebt die Staatsanwaltschaft außerdem Anklage wegen Vergewaltigung mit schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern sowie Bedrohung.

Für die Verhandlung wurden zunächst 12 Prozesstage angesetzt. Ein Urteil wird Ende Mai erwartet. (nl/lp)

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