E-Scooter in Wiesbaden: Jugendliche fallen bei Kontrollen besonders auf

Von Gehwegen bis Fußgängerzone: Stadt und Polizei wollen Verstöße mit E-Scootern stärker kontrollieren.

E-Scooter in Wiesbaden: Jugendliche fallen bei Kontrollen besonders auf

E-Scooter gehören längst zum Stadtbild in Wiesbaden. Doch während das Problem falsch abgestellter Roller durch neue Abstellzonen und verpflichtende Abschlussfotos der Anbieter offenbar deutlich zurückgegangen ist, rückt inzwischen ein anderes Thema in den Fokus: das Fahrverhalten.

Anwohner hatten Merkurist von Situationen im inneren Westend berichtet, bei denen sehr junge Menschen mit E-Scootern auf Gehwegen unterwegs gewesen sein sollen. Eine Nachfrage bei Polizei und Stadt zeigt: Verstöße rund um E-Tretroller werden regelmäßig festgestellt – besonders in der Innenstadt.

Polizei und Stadt bestätigen regelmäßige Verstöße

Die Stadt Wiesbaden führte im Mai und Juni 2026 verstärkte Kontrollen durch, teilweise gemeinsam mit der Landespolizei. Dabei wurden verschiedene Verstöße festgestellt. Besonders häufig ging es um verbotenes Fahren auf Gehwegen. Es wurden unter anderem zwölf Gehwegfahrten im Bereich Schwalbacher Straße/Dotzheimer Straße sowie weitere Verstöße in der Fußgängerzone festgestellt.

Auffällig: Nach Angaben der Stadt betrafen rund 70 Prozent der bei diesen Schwerpunktkontrollen festgestellten Verstöße Minderjährige. Dabei handelt es sich jedoch nicht automatisch um illegale Nutzung: E-Scooter dürfen in Deutschland bereits ab einem Alter von 14 Jahren gefahren werden. Ob Verstöße gegen die Altersvorgaben der jeweiligen Verleihfirmen vorlagen, wurde bei den Kontrollen nicht überprüft. Die Altersgrenze für Miet-Scooter liegt laut den AGB der gängigen Anbieter in der Regel bei 18 Jahren.

Weitere Kontrollen angekündigt

Auch die Polizei Wiesbaden bestätigt, dass Verstöße im Zusammenhang mit E-Scootern regelmäßig festgestellt werden. Dazu zählen unter anderem das Fahren ohne Versicherungsschutz, die Nutzung eines Rollers durch mehrere Personen sowie das verbotene Fahren auf Gehwegen. Einen Schwerpunkt sieht auch die Polizei in der Innenstadt.

Die Stadt kündigt an, die Kontrollen im Bereich E-Scooter und Radverkehr weiter zu intensivieren. Hintergrund: Neben Verkehrsverstößen seien bei den Kontrollen auch mehrere Straftaten festgestellt worden. Bei einem E-Scooter-Fahrer gab es beispielsweise Hinweise auf Drogenkonsum. Bei der anschließenden Durchsuchung des Mannes fanden die Polizisten rund 31 Gramm Amphetamin, etwa sechs Gramm Marihuana und rund zehn Gramm Haschisch.

Für die Stadt hat sich der Schwerpunkt damit verändert: Während in den vergangenen Jahren vor allem falsch abgestellte E-Scooter für Beschwerden sorgten, geht es inzwischen stärker um die Frage, wie sicher die Roller im Straßenverkehr genutzt werden.