Ab dem 1. Oktober 2026 startet in Hessen eine sogenannte Fast Lane für Fachkräfte aus dem Ausland. Das teilten Innenminister Roman Poseck (CDU) und Sozialministerin Heike Hofmann (SPD) in Wiesbaden mit. Eine neue zentrale Stelle soll dann das beschleunigte Fachkräfteverfahren steuern.
Die Zentrale Stelle für Fachkräfteeinwanderung Hessen (ZFEH) mit Sitz beim Regierungspräsidium Darmstadt nimmt ab dem 1. Oktober Anträge entgegen. In einer ersten Phase ist sie für Verfahren aus dem Bereich der Stadt Frankfurt am Main zuständig. Ab dem 1. Dezember 2026 steht das Angebot dann Unternehmen in ganz Hessen zur Verfügung.
„Hessische Unternehmen erhalten ab heute einen spezialisierten Ansprechpartner, der das beschleunigte Fachkräfteverfahren aus einer Hand steuert“, so Innenminister Poseck. Dies sei ein gutes Signal für den Arbeitsmarkt und den Wirtschaftsstandort Hessen. Der Fachkräftemangel sei in vielen Branchen wie Kliniken, Pflege, Logistik und IT spürbar. Die Nachfrage nach dem beschleunigten Verfahren ist stark gestiegen: Gab es 2020 noch 184 Vorabzustimmungen, waren es 2025 bereits 2154.
Unternehmen haben die Wahl
Sozialministerin Heike Hofmann betonte die Bedeutung ausländischer Arbeitskräfte: „Wer zu uns kommt, um hier zu arbeiten, bringt Erfahrungen, Ideen und neue Perspektiven mit.“ Die ZFEH ergänze die bestehenden Strukturen, ersetze sie aber nicht. Bislang sind 31 kommunale Ausländerbehörden für die Verfahren zuständig. Unternehmen können nun wählen, ob sie sich an die neue zentrale Stelle oder wie bisher an die Behörde vor Ort wenden. „Die Unternehmen haben die Wahl“, so Hofmann.
Die ZFEH soll für einheitliche Abläufe und verbindliche Fristen sorgen. Sie koordiniert die Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit, den Anerkennungsstellen und den deutschen Auslandsvertretungen. Ziel ist es, das Visum innerhalb von rund vier Monaten zu erteilen. Die Gebühr für das Verfahren beträgt 411 Euro. Laut dem Darmstädter Regierungspräsidenten Prof. Jan Hilligardt soll die neue Stelle Arbeitgebern einen „kompetenten zentralen Ansprechpartner bieten und die einzelnen Verfahrensschritte möglichst transparent und effizient gestalten.“