Wiesbadener beklagen lange Wartezeiten bei Hautärzten

Immer wieder müssen Wiesbadener mit langen Wartezeiten für einen Termin beim Hautarzt rechnen. Dabei herrscht in der Landeshauptstadt eigentlich kein Mangel.

Wiesbadener beklagen lange Wartezeiten bei Hautärzten

Wer zum Facharzt muss, braucht oft viel Geduld. So ging es Merkurist-Leserin Stella vor Kurzem, als sie einen Termin bei einem Hautarzt ausmachen wollte. Sie ärgerte sich über die langen Wartezeiten, die sie als Kassenpatientin hat und ist damit nicht allein. Auch andere Leser schilderten ähnliche Erfahrungen in ihrem Snip.

Dabei herrscht in Wiesbaden offiziell kein Mangel an Hautärzten, wie ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen auf Nachfrage von Merkurist mitteilt. Demnach gäbe es derzeit 19 Hautärzte in 16 Wiesbadener Praxen. Das seien in Bezug auf die Einwohnerzahl mehr Stellen, als vorgesehen, um die fachärztliche Versorgung in der Dermatologie zu decken. „Somit ist der Planungsbereich Wiesbaden im Bereich der Dermatologen planerisch überversorgt“, sagt er.

Konstante Ärztezahl

Die Zahl der Ärzte und Praxen habe sich dabei in den letzten fünf Jahren nicht verändert. Ob es mehr Patienten geworden sind, die aus anderen Städten nach Wiesbaden kommen, weiß er jedoch nicht. „Ob die Praxen auch von Bewohnern aus dem Umland aufgesucht werden, können wir nicht seriös beantworten. Wie bei vielen Fachärzten lässt sich aber vermuten, dass auch Patienten aus ländlicheren Regionen oder Vororten die dermatologischen Praxen in Wiesbaden aufsuchen.“

Hilfe per Telefon und Internet

Einen Tipp für Patienten, die bei der ersten Anfrage keinen Termin bekommen, hat Leser Kris:

Er rät dazu, bei der Servicenummer der Kassenärztlichen Vereinigung unter der Nummer 116117 anzurufen. Über die Hotline können Termine bei Bedarf vermittelt werden. Laut den Verantwortlichen gelinge das in Wiesbaden gut. „Die Terminservicestelle konnte alle Patienten in der gesetzlich vorgeschriebene Zeit in eine dermatologische Praxis vermitteln“, fasst der Sprecher die Erfahrungen seit der Einführung im Mai 2019 zusammen. Er weist jedoch darauf hin, dass die gesetzlich vorgeschriebene Zeit mit vier Wochen vielen Patienten zu lange erscheint.

Das weiß auch der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD). Er hat deshalb ein Online-Portal eingerichtet, bei dem Patienten Hilfe übers Internet finden sollen. Ziel sei es „Hautprobleme anhand von eingesendeten Fotos und weiterer übermittelter Informationen von einem in Deutschland approbierten Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten beurteilen zu lassen“, erklärt der Verband das Konzept. Dabei können die Nutzer ihren Arzt frei auswählen. Für die Expertise via Internet müssen Patienten aber extra zahlen: Jede Beratung schlägt mit 39 Euro zu Buche. (nl)

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