Messerangriff: Polizei verurteilt Falschmeldung

Aus zwei Leichtverletzten wurden plötzlich Schwerverletzte und sogar eine Leiche: Ein Facebook-Post zum Messerangriff in der Rheinstraße hat die Arbeit der Polizei gestört und für Panik gesorgt.

Messerangriff: Polizei verurteilt Falschmeldung

Dass das soziale Netzwerk Facebook nicht nur Segen, sondern auch Fluch ist, davon konnte die Wiesbadener Polizei am Dienstag ein Lied singen. Denn eine Facebook-Nutzerin machte aus einem Messerangriff in der Rheinstraße mit zwei vermutlich Leichtverletzten (wir berichteten) ein noch viel größeres Drama.

Angeblich, so die Userin in ihrem Post in einer Wiesbaden-Gruppe, gebe es Schwerverletzte und sogar einen Toten - Beides stellte sich schnell als falsch heraus. Auf Merkurist-Anfrage verurteilte ein Sprecher der Wiesbadener Polizei die Falschmeldung. „In Facebook-Gruppen sollten gar keine Spekulationen verbreitet werden - vor allem nicht über Leben und Tod.“

Auch der Administrator der Gruppe zeigte sich entsetzt über den Post. „Solche Hetzereien führen in Zukunft sofort zum Ausschluss aus der Gruppe!“, schrieb er in einem Post. Der ursprüngliche Beitrag wurde bereits gelöscht, die Userin gesperrt. „Hier wird nix ohne klaren Beleg gepostet“, so der Admin weiter.

Polizei-Arbeit wird behindert

Die Userin hatte sich fälschlicherweise auf das Feuerwehrportal Wiesbaden 112 berufen, das sich ebenfalls von dem Post distanzierte. „Wir haben zu keiner Zeit irgendjemandem etwas derartiges berichtet. Wir sind selbst erst durch diesen Facebook-Post sowie eine Meldung über einen Polizeihubschrauber auf einen Einsatz aufmerksam geworden“, schreibt Sebastian Stenzel von Wiesbaden 112.

Welche Motive die Userin mit ihrem Post hatte, ist unklar. Bereits andere Vorfälle in Deutschland, wie der Amoklauf in München 2016, hatten gezeigt, dass Falschinformationen in den sozialen Netzwerken die Polizeiarbeit behindern können. Stenzel von Wiesbaden 112 sagt auf Merkurist-Anfrage: „Die Polizei muss bei solchen Falschmeldungen erst prüfen ob etwas dran ist - das bedeutet zusätzliche Arbeit für die Beamten.“

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