Was es mit den roten Baumboxen vor dem Karstadt auf sich hat

Zwischen den altbekannten Stadtbäumen in der Fußgängerzone stehen seit einigen Tagen rote Boxen mit exotischen Gewächsen. Bis in den Herbst hinein sollen sie durch die Stadt wandern - und verfolgen dabei ein bestimmtes Ziel.

Was es mit den roten Baumboxen vor dem Karstadt auf sich hat

Sechs rote Boxen stechen seit einigen Tagen Passanten vor der Karstadtfiliale in der Kirchgasse ins Auge. Der Blick nach oben zeigt: Es handelt sich um Pflanzkübel, in die Bäume eingesetzt wurden. Im Vergleich zu den übrigen Bäumen in der Fußgängerzone fällt dabei schnell auf, dass in den Kästen Arten wachsen, die man sonst auf Wiesbadens Straßen eher selten sieht.

Exoten aus aller Welt

So reihen sich seit dem letzten Wochenende vor dem Kaufhaus eine japanische Zelkove, eine Rot-Esche und ein Zürgelbaum aus Amerika, eine französische Mehlbeere, eine mongolische Linde und ein italienischer Ahornbaum aneinander — und diese Exoten könnten bald schon das Stadtbild von Wiesbaden prägen. So wünscht es sich zumindest die Stiftung Wiesbaden, die hinter den ausgestellten Bäumen in der Fußgängerzone steckt. Sie hat die sechs Baumarten ausgesucht, um Alternativen für die jetzigen Stadtbäume vorzuschlagen.

„Der richtige PH-Wert, die richtige Bodenart, gute Wasserversorgung, genug Sauerstoff im Boden: All das haben unsere Stadtbäume nur zum Teil.“ - Stiftung Wiesbaden

Die heimischen Arten haben es laut der Stiftung nämlich immer schwerer, in der Stadt zu überleben. Nur rund 40 bis 50 Jahre werden die meisten von ihnen alt, als sie vor einigen Jahrzehnten gepflanzt wurden, gingen die Stadtarchitekten noch von einer doppelt so langen Lebensdauer aus. „Der richtige PH-Wert, die richtige Bodenart, gute Wasserversorgung, genug Sauerstoff im Boden: All das haben unsere Stadtbäume nur zum Teil“, so die Initiatoren. Zudem leiden die Bäume durch den starken Verkehr, durch Plakate, die angeschlagen werden und ihre Wurzeln durch Bauarbeiten.

Wiesbadener können helfen

Deshalb habe die Stiftung Baumarten aus der ganzen Welt ausgesucht, die auch unter schwierigen Bedingungen gesund leben und somit lange für gutes Stadtklima sorgen können. Sie sollen nach und nach die jetzigen Bäume ersetzen und ergänzen. Doch dafür ist die Hilfe der Wiesbadener nötig. In einer Spendenaktion sucht die Stiftung jetzt Freiwillige, die die Neupflanzungen finanziell unterstützen, denn um einen einzelnen Baum anzuschaffen, einzusetzen und zu pflegen sind rund 2000 Euro nötig. Wer sich an dem Projekt beteiligt, wird je nach Spendenhöhe namentlich auf einer Tafel verewigt, die in Baumnähe aufgestellt wird.

Bis genug Geld für Neupflanzungen zusammengekommen ist, präsentieren sich die sechs Ausstellungsbäume in den kommenden Monaten an unterschiedlichen Standorten im gesamten Stadtgebiet. Noch bis Oktober wandern sie ab dem 16. Juni im 14-Tage-Rhythmus von der Fußgängerzone an den Hauptbahnhof, auf den Kranzplatz, nach Schierstein auf den Hans-Römerplatz, ans Biebricher Rheinufer, vor das RMCC, auf den Luisenplatz und zur Reduit nach Mainz-Kastel. Anschließend werden sie im Herbst als die ersten Exoten der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt eingepflanzt. (ab)

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