Gefährliche Mückenart in Wiesbaden entdeckt

Überträgt Viren und Würmer

Gefährliche Mückenart in Wiesbaden entdeckt

Forscher haben eine neue exotische Mückenart in Wiesbaden entdeckt. Die „Aedes Koreicus“ habe eine Population in der Landeshauptstadt etabliert und kann für die Wiesbadener gefährlich werden. Das berichten Wissenschaftler der „Senckenberg Gesellschaft“ und der Goethe-Universität im Fachmagazin „Parasitology Research“.

Zuerst fanden Forscher 2015 eine einzelne Mücke in der Nähe von Augsburg. Erst zwei Jahre später, bei einem bundesweiten Stechmücken-Monitoring, wurden dann vier weitere Mücken in Wiesbaden entdeckt. „Darüber hinaus konnten wir bei Beprobungen im Mai und Juli 2018 an derselben Stelle erneut Larven und Puppen dieser Mückenart nachweisen“, sagt Forscher Professor Doktor Sven Klimpel. „Es ist daher wahrscheinlich, dass in Hessen eine ganze Population überwintert hat und diese Mücke langsam anfängt, sich in Deutschland auszubreiten.“

Mittlerweile geht das Europäische Seuchenzentrum davon aus, dass sich die Art in Belgien, Italien, der Schweiz und in Ungarn etabliert hat. „Eine weitere Ausbreitung in Deutschland wäre demnach neu, liegt aber nahe, denn das Ausbreitungspotential und die klimatischen Vorlieben ähneln denen der bereits in Deutschland heimischen Asiatischen Tigermücke und Asiatischen Buschmücke“, erklärt die Wissenschaftlerin Doktor Antje Steinbrink.

Die neue Mückenart, die eigentlich in Korea, Japan, China und in Teilen Russlands zu Hause ist, könnte dann für den Menschen gefährlich werden. Denn die „Aedes Koreicus“ kann Viren übertragen, die Gehirnhautentzündungen und Fieber auslösen, die zum Tod führen können. Menschen können sich außerdem mit Fadenwürmern infizieren.

Nicht zuletzt deswegen wollen die Wissenschaftler die neue Population im Auge behalten. Noch gibt es aber die Hoffnung, dass sich die Population nicht ausbreitet: „Durch den weltweiten Handel und Verkehr werden immer wieder einzelne exotische Mücken nach Deutschland eingeführt“, sagt Klimpel. Wenn sich bislang nur eine kleine Population der neuen Mückenart in Deutschland angesiedelt hat, könne man diese gegebenenfalls noch zurückdrängen. „Haben sich die Mücken erst großflächig ausgebreitet, ist diese Chance jedoch vertan.“ (lp)

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