Was passiert mit der „Pieter van Aemstel“ in Kastel?

Das ehemalige Restaurantschiff „Pieter van Aemstel“ wird bereits seit 2014 nur noch als Eventlocation vermietet. Einen Restaurantbetrieb gibt es — trotz Wünschen aus Politik und Bevölkerung — nicht mehr. Was plant der Inhaber mit seinem Schiff?

Was passiert mit der „Pieter van Aemstel“ in Kastel?

Es ist schon eine Weile her, als man auf der „Pieter van Aemstel“ in Kastel, zwischen der Theodor-Heuss-Brücke und der Reduit, noch essen gehen konnte. Denn das ehemalige Restaurantschiff wird seit 2014 als reine Eventlocation betrieben.

Ein Umstand, den nicht nur die potenziellen Restaurantgäste bedauern.

„Wir hätten gerne, dass das Schiff öffentlich genutzt wird.“ - Christa Gabriel, Ortsvorsteherin Kastel

Auch Christa Gabriel, Ortsvorsteherin von Kastel, wünscht sich, dass das Schiff wieder als Restaurant betrieben wird: „Wir hätten nach wie vor gerne, dass das Schiff öffentlich genutzt wird“, sagt sie auf Anfrage von Merkurist. Viele Bürger hätten diesen Wunsch bereits geäußert, doch seit Jahren kommt man nicht mehr einfach so, sondern nur für gebuchte Events an Bord.

Auch der Zustand des Dreimasters ist vielen ein Dorn im Auge. Von „Wrack“, „Geisterschiff“ und „vergammeltem Schandfleck“ ist unter den Merkurist-Lesern sogar die Rede. Verfällt das ehemals beliebte Restaurantschiff also mehr und mehr und ist bald vielleicht sogar ganz geschlossen?

Was sagt der Betreiber?

Laut Gabriel habe der Betreiber des Strandschiffes eine Nutzungsänderung für die „Pieter van Aemstel“ beantragt. Was genau gefordert wird, dürfe sie jedoch nicht sagen. „Denn dabei handelt es sich um ein laufendes Verfahren“, so Gabriel.

„Dazu gibt es keine Planungen unsererseits.“ - Inhaber Bobby Mejzlik

Angesprochen auf die Wünsche der Wiesbadener und Mainzer sagt Geschäftsführer Bobby Mejzlik: „Es gibt aktuell keine Planungen unsererseits, den öffentlichen Restaurantbetrieb wiederaufzunehmen.“ Es sei einfach zu schwer, geeignetes Personal zu finden. Daher habe man die Pläne diesbezüglich auf Eis gelegt. Dass ein Restaurant irgendwann einmal eröffnet, sei zwar nicht ausgeschlossen, derzeit aber auch kein Thema für das Team des Strandschiffes. Aktuell, das sagt auch Mejzlik, gebe es nur die Möglichkeit, an Bord zu kommen, wenn man Gast auf einem Event ist, das auf der „Pieter van Aemstel“ stattfindet.

Auch über den von Gabriel angesprochenen Antrag zur Nutzungsänderung kann Mejzlik Auskunft geben. „Das hat baurechtliche Gründe“, sagt er, „weil die Nutzung teils öffentlich, teils privat“ sei. „Und da haben wir eine Verschiebung beantragt.“ Dabei handele es sich aber nicht um eine Verschiebung in den rein privaten Betrieb. „Es sind mehrere, kleine Details. Diese haben aber nichts mit der Art der Nutzung zu tun“, erklärt der Inhaber.

„Kein maroder Zustand.“ - Bobby Mejzlik

Die Kritik am baulichen Zustand der „Pieter van Aemstel“ weist Mejzlik entschieden zurück: „Für Laien sieht es vielleicht so aus, aber es befindet sich nicht in einem maroden Zustand.“ Weil das Schiff von außen mit Stahl verkleidet sei, sehe man die äußeren Einflüsse sehr gut auf der weißen Lackierung. Doch der Inhaber erklärt, dass lediglich eine regelmäßige Lackierung nötig sei, darüber hinaus aber keine Mängel offenliegen würden. (lp)

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