Nur die Hälfte der ESWE-Busse mit Plexiglasscheibe ausgestattet

Einige Busse öffnen die Vordertür, andere wiederum nicht. Grund dafür ist ein Fahrerschutz aus Plexiglas, der bisher in nur 150 von 300 geplanten ESWE-Bussen nachgerüstet wurde.

Nur die Hälfte der ESWE-Busse mit Plexiglasscheibe ausgestattet

Seit dem 16. März machte die Vordertür und die erste Sitzreihe direkt hinter dem Busfahrer aller Busse von ESWE Verkehr dicht. Grund dafür war der Schutz des Busfahrers, dem ein möglichst großer Abstand zu den Fahrgästen gewährleistet werden sollte. Doch seit dem 1. Juli öffnen Wiesbadens Busse wieder ihre Vordertüren und Sitzen in erster Reihe ist wieder möglich – allerdings nur bei einem Teil der ESWE-Busflotte. Warum ist das so?

Diese Frage stellte sich auch einer unserer Merkurist-Leser in seinem Snip. Grund für diese Regelung sind nachgerüstete Plexiglasscheiben an der Fahrerkabine des Busfahrers in einem Teil der Busse. Auf Merkurist-Anfrage erklärt Mobilitätsdienstleister ESWE Verkehr, dass aktuell nur die Hälfte aller eingesetzten Busse mit einer Trennscheibe ausgerüstet sind. „Bis Jahresende werden es 200 von 300 geplanten Bussen sein“, prognostiziert Christian Giesen, Pressesprecher des Unternehmens. Bei den Bussen ohne Trennscheibe gehen im Schnitt drei Sitzplätze und zwei Stehplätze pro Bus verloren. Das kann wiederum zu Platzmangel und missachteten Abstandregelungen in den Bussen führen.

Für die fehlenden Plexiglasscheiben gibt es jedoch gute Gründe. Zum einen bieten einige Bushersteller noch keine Trennscheibe zur Nachrüstung an. Ein weiterer Grund ist, dass es aufgrund der hohen Nachfrage zu erheblichen Lieferverzögerungen kommt. „Zudem prüfen wir im Einzelfall, ob sich die Nachrüstung aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten unter Berücksichtigung der erwarteten Restlaufzeit des Busses noch lohnt“, erklärt Giesen. Damit sei die Zeit gemeint, die ein Bus noch im Linienbetrieb eingesetzt wird, bis er ausgemustert und veräußert wird. Da das Durchschnittsalter eines Busses maximal sechs Jahre beträgt, kommt eine Umrüstung für viele ältere Modelle des ESWE-Fuhrparks nicht mehr in Frage.

Es gibt jedoch gute Aussichten: „Alle Busse, die ab sofort und künftig an uns geliefert werden, haben automatisch die Trennscheibe bereits ab Werk eingebaut“, so Giesen. Um bis dahin trotz teils fehlender Trennscheiben die Sicherheit für Busfahrer und Fahrgäste zu gewährleiten, herrscht in allen Bussen eine strikte Maskenpflicht – und seit dem 19. Oktober gemäß Landesverordnung auch im Bereich der Bushaltestellen. (ts)

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