Mehr muslimische Gräber auf dem Wiesbadener Südfriedhof

Grabfeld wird mehr als verdoppelt

Mehr muslimische Gräber auf dem Wiesbadener Südfriedhof

Auf dem Wiesbadener Südfriedhof sollen rund 160 neue Gräber für Muslime entstehen. Das teilt Grünflächendezernent Andreas Kowol (Grüne) mit. Die Baumaßnahmen für die Erweiterung des muslimischen Grabfeldes seien bereits gestartet und sollen bis Anfang Juli abgeschlossen sein.


Das muslimische Grabfeld auf dem Südfriedhof gibt es laut Gabriele Wolter, Leiterin des Grünflächenamtes, bereits seit 1987. Dort können im Sterbefall andere religiöse Vorschriften und Gebote berücksichtigt werden, als auf dem übrigen Gelände. Seit 2014, so Wolter, sind dort auch sarglose Bestattungen, die sich viele Muslime wünschen, möglich. Dafür habe es vor rund sechs Jahren eine Änderung im Hessischen Friedhofs- und Bestattungsgesetz gegeben. Zudem seien die Gräber alle in Richtung Mekka ausgerichtet.

Im Moment seien jedoch alle 145 ursprünglich geplanten Grabplätze vergeben. Daher sei die Erweiterung dringend notwendig. Neben christlichen und den muslimischen Gräber gibt es auf dem Südfriedhof auch ein syrisch-orthodoxes Grabfeld und ein britisches Abteil für englische Soldaten und deren Angehörige aus den Jahren 1926 bis 1929. „Der Südfriedhof spiegelt seit seiner Eröffnung 1908, als zweiter städtischer Hauptfriedhof nach dem Nordfriedhof, die Wiesbadener Stadtgesellschaft wieder“, erklärt das Grünflächenamt.

Dezernent Kowol freut sich über die Vielfalt. Er sieht darin ein Zeichen dafür, dass sich Menschen, die in Wiesbaden leben, so verbunden mit der Stadt fühlen, dass sie den Friedhof als ihre letzte Ruhestätte wählen, auch wenn ihre Wurzeln in anderen Städten oder Ländern liegen. (ms)

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