Der neugestaltete Schlossplatz vor der Wiesbadener Marktkirche ist am Montag (10. August) feierlich freigegeben worden. Wie die Stadt mitteilt, wurde der erste Bauabschnitt rund neun Monate früher als geplant fertiggestellt – rechtzeitig zum Beginn des Weinfests.
Besondere Konstruktion schützt die Bäume
Der erste von drei Bauabschnitten ist damit nach rund einem Jahr Bauzeit abgeschlossen. In dieser Zeit wurden 24 neue Bäume gepflanzt, ein neues Natursteinpflaster verlegt und die technischen Voraussetzungen für Veranstaltungen geschaffen. „Der Schlossplatz ist Herz und Bühne unserer Stadt. Umso mehr freut es mich, dass er deutlich vor dem ursprünglich vorgesehenen Termin und pünktlich zum Weinfest wieder zur Verfügung steht“, sagt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. Die Neugestaltung verbinde die Bedürfnisse von Veranstaltungen mit mehr Schatten und Aufenthaltsqualität.
Um die Bäume trotz der intensiven Nutzung durch Feste zu schützen, wurde eine besondere Technik eingesetzt. Unter der Platzfläche befinden sich zwei große, zusammenhängende und unterirdische Baumquartiere. Das Pflaster darüber liegt auf einer Stahlträgerkonstruktion und „schwebt“ gewissermaßen über dem Boden. So wird der Wurzelbereich nicht durch Stände oder Besucher verdichtet. „Was hier passiert ist, ist eine Investition in die Zukunft: Jahr für Jahr werden die Baumkronen sich ausdehnen und mehr und mehr Schatten spenden“, erklärte Baudezernent Andreas Kowol.
Gepflanzt wurden Japanische Zierkirschen, Weiße Maulbeeren und Tulpenbäume. Diese Arten gelten als an trockene und heiße Bedingungen angepasst. Zwei Zisternen mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 40.000 Litern sammeln Regenwasser, das zur Bewässerung genutzt wird. Außerdem sind die Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser im Boden versenkt und können bei Bedarf hochgeklappt werden. Dadurch entfallen Kabelbrücken und andere Stolperfallen.
So geht es am Schlossplatz weiter
Die Kosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro und liegen laut Stadt im vorgesehenen Rahmen. Die deutliche Verkürzung der Bauzeit sei unter anderem auf eine optimierte Planung, gute Baugrundverhältnisse und eine zügige Ausführung zurückzuführen.
Noch nicht abgeschlossen sind die Arbeiten an der späteren Grünfläche links vor der Kirche. Dort müssen zunächst archäologische Untersuchungen stattfinden. Auch der Fußweg zur Kita wird erst nach der Rheingauer Weinwoche fertiggestellt. Wann die weiteren Bauabschnitte zur Umgestaltung des Schlossplatzes beginnen, ist noch offen und hängt von den Beschlüssen der städtischen Gremien ab.