Warum das Ambessa Afrika dicht macht

Vier Jahre lang versorgte das afrikanische Restaurant in der Dotzheimer Straße die Wiesbadener mit eritreischer Küche. Jetzt schließt das „Ambessa Afrika“. In einem Gespräch erzählt Inhaber Zeki, wie es soweit kam und wie es jetzt für ihn weitergeht.

Warum das Ambessa Afrika dicht macht

„Wieder geht in Wiesbaden was ganz großes verloren“, schreibt eine Facebook-Nutzerin unter den Abschiedspost des Restaurants „Ambessa Afrika“. Eine andere findet es „unendlich traurig“, dass das afrikanische Restaurant zum 18. Mai schließen wird. Inhaber Zeki Yared geht es genauso, erzählt er. Fast vier Jahre lang hat der 36-Jährige in seinem eigenen Restaurant gekocht, gefeiert und Freunde fürs Leben gefunden. Jetzt beginnt für ihn ein neues Kapitel.

Zeit für die Familie

Denn der Grund dafür, dass er das „Ambessa Afrika“ schließt, ist seine kleine Tochter. „Sie ist jetzt acht Monate alt und ich habe sie so selten gesehen“, erzählt er. Gemeinsam mit seiner Frau Nazred lebt sie in London. Nach sieben Jahren Fernbeziehung und acht Monaten, in denen Zeki seine Tochter nur selten sehen konnte, will die Familie jetzt zusammenleben. Im August will Zeki zu ihnen nach England ziehen.

„Viele meiner Gäste sind Freunde geworden, einige waren sogar auf meiner Hochzeit.“ - Zeki Yared, Inhaber

Die Entscheidung, sein Restaurant zu schließen, fiel ihm aber ganz und gar nicht leicht, sagt er. „Viele meiner Gäste sind Freunde geworden, einige waren sogar auf meiner Hochzeit“, sagt er. „Manchmal sitzen wir hier bis sieben Uhr morgens zusammen.“ Viele Wiesbadener kennen Zeki noch aus dem afrikanischen Restaurant „Karibu Afrika“, das zuvor in dem Gebäude war, oder aus dem „Madiba Afrika“, in dem er 2004 als Küchenchef arbeitete.

Ärger mit dem Eigentümer

Kurz nach der Geburt seiner Tochter überlegte er noch, doch in Wiesbaden zu bleiben und seine Familie zu sich nach Deutschland zu holen. Probleme mit dem Vermieter haben ihm die Entscheidung jedoch abgenommen. Sein Mietvertrag wäre im nächsten Jahr abgelaufen. Zeki hätte ihn gerne verlängert, der Vermieter hielt ihn jedoch hin — wahrscheinlich, weil ein Nachmieter schon in den Startlöchern stand, vermutet er. „Also habe ich gesagt, ich gehe.“

„Wer weiß, vielleicht komme ich ja doch irgendwann zurück.“ - Zeki

In London will er sich ebenfalls als Gastronom einen Namen machen. „Vielleicht mit einem Restaurant oder einem Imbiss“, sagt er. Erstmal will er sich aber auf seine Familie konzentrieren und in der neuen Stadt ankommen. Denn so ganz kann er sich noch nicht mit dem Stadtwechsel anfreunden. Wiesbaden gefalle ihm doch besser als London. „Wer weiß, vielleicht komme ich ja doch irgendwann zurück“, sagt er lachend. „Man kennt mich hier ja und meine Gäste wissen mein Essen zu schätzen“, sagt er.

Am Freitag, den 17. Mai wird es zum letzten Mal Essen im „Ambessa Afrika“ geben. Am Samstag will Zeki dann gemeinsam mit seinen Gästen und seiner Familie den letzten Abend mit Musik und Drinks feiern, bevor er die Türen des Restaurants vorerst für immer schließt. (js)

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