Vor 77 Jahren wurden Teile Wiesbadens bei einem Bombenangriff zerstört

In der Nacht vom zweiten auf den dritten Februar 1945 sind über 500 Menschen bei einem Bombenangriff auf Wiesbaden getötet worden, Tausende wurden obdachlos. Heute jährt sich die Schreckensnacht zum 77. Mal.

Vor 77 Jahren wurden Teile Wiesbadens bei einem Bombenangriff zerstört

Immer weniger Zeitzeugen können von den Schrecken erzählen, die sie im Zweiten Weltkrieg erlebt haben. So auch von der Nacht auf den 3. Februar 1945, als bei einem großen Bombenangriff Familien, Leben und Häuser zerstört wurden. 516 Menschen starben bei dem Angriff, 28.000 wurden obdachlos. Es war der schwerste Luftangriff auf Wiesbaden während des gesamten Zweiten Weltkriegs.

Kurviertel wurde zu großen Teilen zerstört

Der folgenschwere Angriff dauerte kaum eine Stunde. Um 22:45 Uhr wurden die Wiesbadener von den Sirenen des Luftalarms aus dem Schlaf gerissen. Die Alliierten warfen 889 schwerste Bomben, 29 Minenbomben und 26.500 Stabbrandbomben auf die Stadt. Obwohl der Angriff der britischen Luftwaffe aufgrund des schlechten Wetters teilweise das geplante Zielgebiet verfehlte, wurde vor allem das Kurviertel hart getroffen.

Das historische Hotel „Vier Jahreszeiten“ in der Wilhelmstraße wurde fast vollkommen zerstört — lediglich die Säulen der Eingangshalle blieben stehen. Auch das Theater, das Rathaus, das Stadtschloss und das Kurhaus wurden von Bomben getroffen. Eine Luftmine schlug direkt in die Schloßplatzschule neben der Marktkirche am Schlossplatz ein, brachte das Bauwerk zum Einsturz und begrub viele Wiesbadener, die in dem als Luftschutzbunker dienenden Keller Schutz gesucht hatten, unter sich.

Die historischen Gebäude wie das Theater oder das Rathaus versetzte man nach dem Krieg wieder in ihren ursprünglichen Zustand. Für die vielen zerstörten Wohnbauten fehlte der jungen Bundesrepublik aber das Geld. Wer heute genau hinsieht, erkennt in vielen Straßen einzelne, schlichtere Gebäude, die als Ersatz für die im Krieg zerstörten Häuser gebaut wurden. Einen Ersatz für die Menschen, die in dieser Nacht ihre Familien oder ihr Leben verloren, gibt es nicht.

„Wir sind in der Pflicht, dieses Grauen nie zu vergessen.“ - Gert-Uwe Mende, Oberbürgermeister

„Intoleranz, Hass und Gewalt waren die Ursachen für diesen Krieg, der nicht nur Städte zerstört, sondern auch zu millionenfachem Mord in deutschen Vernichtungslagern geführt hat“, sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) bei einer Gedenkveranstaltung zur Bombennacht vor zwei Jahren. „Wir sind in der Pflicht, dieses Grauen nie zu vergessen.“

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